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Flughafen von Tripolis wieder umkämpft | Drucken |  E-Mail
Libyen
Montag, den 04. Juni 2012 um 23:25 Uhr

Flughafen Tripolis. Foto: WikipediaDas vor einem Jahr mit NATO-Bomben und vom Westen und den Golfmonarchien ausgerüsteten und finanzierten Rebellen »befreite« Libyen kommt nicht zur Ruhe. Wie der lateinamerikanische Fernsehsender TeleSur berichtet, hat heute eine bewaffnete Gruppe mit Panzerfahrzeugen den Luftverkehr am internationalen Flughafen der Hauptstadt Tripolis lahmgelegt. Mit der Aktion protestierte die Gruppe »Al-Awfiya«, was als »Die Loyalen« übersetzt wurde, offenbar gegen die »Entführung« ihres Chefs Abu Ayila Al-Hubshi. Die aus dem 90 Kilometer südlich von Tripolis gelegenen Tarhuna stammende Gruppe erklärte, Al-Hubshi sei »verschwunden«, als er sich in Qasr Bin Ashir in der Umgebung der Hauptstadt aufgehalten habe.

Die bewaffneten Kämpfer umstellten mit ihren Fahrzeugen, die mit Luftabwehrraketen ausgerüstet waren die Flugzeuge auf dem Rollfeld und verhinderten, dass diese sich in Beweghung setzten. Teilweise wurden auch Passagiere, die bereits an Bord gegangen waren, zum Aussteigen gezwungen. Ausserdem wurden mehrere Transportfahrzeuge in Brand gesteckt. Ankommende Flüge wurden auf den acht Kilometer von Tripolis entfernten Militärflughafen Mitiga umgeleitet, alle abgehenden Flüge mussten abgesagt werden.

Ein Sprecher des libyschen Regimes wies die Verantwortung für das Verschwinden des Milizchefs zurück und erklärte, »unbekannte Rebellen« hätten diesen entführt, als er auf dem Weg nach Tripolis war.

Damit zeigt sich erneut, dass der »Nationale Übergangsrat« nach wie vor keine reale Kontrolle über das nordafrikanische Land ausübt, sondern sich nach wie vor die verschiedenen Milizen um die Vorherrschaft in Libyen streiten. Das Land ist real zersplittert in unzählige kleine und grössere Einfluss-Sphären und Herrschaftsgebiete, aufgeteilt zwischen Stämmen, Clans, Milizen, kriminellen Banden usw. Echte staatliche Sicherheitskräfte gibt es bis heute nicht.

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