Freitag, 9. Dezember 2016
Solidaritätsanzeige

Foto: Jaysen Naidoo (CC BY-SA 2.0)Foto: Jaysen Naidoo (CC BY-SA 2.0)Schweden wird entgegen eines anderslautenden Parlamentsbeschlusses die von Marokko annektierte Westsahara bis auf weiteres nicht als Staat anerkennen. Das meldet Radio Schweden unter Berufung auf Medienberichte. Außenministerin Margot Wallström werde den Beschluss voraussichtlich am Montag bekanntgeben, berichtete das deutschsprachige Programm des schwedischen Rundfunks am Sonntag.

Damit knickt Stockholm vor internationalem Druck ein, der vor allem vom Königshaus in Rabat geschürt worden war. So hatte Marokko im vergangenen Jahr mit dem Verbot der Eröffnung eines Ikea-Möbelhauses und einem Boykott schwedischer Unternehmen auf die angestrebte Anerkennung reagiert. Außerdem hätten mit dem Verzicht auf den wichtigen Schritt internationaler Solidarität mit den unterdrückten Sahrauis auch »Schwedens Ambitionen auf einen Platz im UN-Sicherheitsrat« zu tun, wie der Völkerrechtsexperte Ove Bring der Nachrichtenagentur TT sagte. Stockholm sei bereits in Konflikte mit Saudi-Arabien und Israel verwickelt und wolle nun nicht auch ncoh einen Streit mit Marokko riskieren, das die Unterstützung vieler afrikanischer Staaten genieße.

Der Außenminister der Demokratischen Arabischen Republik Sahara, Mohamed Salem Salek, betonte bei einer Pressekonferenz in den Räumen des sahrauischen Fernsehens TVRASD jedoch, dass Schweden Marokko auch weiterhin als Besatzungsmacht ansehen, die keine Souveränität über die annektierten Gebiete der Westsahara ausüben dürfe. Das habe Schwedens Botschafter in Äthiopien der sahrauischen Botschaft in Addis Abeba mitgeteilt. Stockholm stelle sich auch weiterhin gegen die Ausbeutung von Bodenschätzen in den besetzten Gebieten durch Marokko. Die Vertagung der diplomatischen Anerkennung der DARS durch Stockholm erfolge aus »taktischen« Gründen, machte der sahrauische Außenminister gute Miene zum bösen Spiel der sozialdemokratisch geführten Regierung in Stockholm.

Quelle: Radio Schweden, SPS / RedGlobe

Kommentare   

# RE: Stockholm kapituliert vor MarokkoPer Brandt 2016-01-21 22:34
Der Versuch; die "Westsahara" hier als Staat darzustellen ist lächerlich und nicht wahrheitsgemäß. Polisario ist eine paramilitärische Organisation die tausende unschuldige Menschen umgebracht hat. Gerade wenn Sie völkerrechtlich argumentieren müssen Sie doch anerkennen, dass die "Westsahara" seit hunderten von Jahren ein marokkanisches Gebiet war und ist.
Schweden kapitulierte nicht, sondern erkannte, dass es falsch ist sich auf das terroristische Spielchen der "Polisario" einzulassen und das ist gut!
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# Niveauloser Kommentar ohne geringste SachkenntnisKarl Karam 2016-11-25 00:50
Diesen Kommentar kann man nicht unwidersprochen stehen lassen, owbwohl er den Aufwand dafür eigentlich nicht wert ist. Hier werden die einfachsten und unter seriösen Wissenschaftlern unwidersprochenen historischen und völkerrechtlichen Erkenntnisse dreist geleugnet.
"Tausende unschuldige Menschen" wurden nicht von der Polisario, sondern von marokkanischen Truppen in einem völkerrechtswidrigem Angriffskrieg getötet.
Die Historiker-Kommission der UNO hat eindeutig festgestellt, dass die Westsahara nie vor der Besatzung marokkanisches Gebiet war. Genau deshalb wurde von der UNO ein Referendum angeordnet, nachdem Marokko die Westsahara mit militärischer Gewalt - begleitet von einem "Grünen Marsch" - eroberte.
Über die Zukunft der Westsahara kann man durchaus verschiedener Meinung sein. Aber die Geschichte und das Völkerrecht mit so haarsträubende Lügen auf den Kopf zu stellen, ist dreist und unseriös. Auch die Polisario - die trotz aller marokkanischen Wort- und Vertragsbrüche nie den Waffenstillstand gebrochen hat - als terroristisch zu bezeichnen, ist eine infame Lüge.
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Radio/TV Sahara

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