| Bürokratie lässt Erwerbslose hungern | | Drucken | |
| Bayern |
| Sonntag, den 22. März 2009 um 16:22 Uhr |
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Auf dem Rücken der Schwächsten tragen Politiker und Bürokratie in Deutschland derzeit ihre Konflikte aus. Während Milliardensummen in Banken und Großkonzerne gepumpt werden, sollen Tausende von Menschen über Monate auf das karge Arbeitslosengeld II (Hartz 4) warten - wie sie in dieser Zeit nicht verhungern sollen, bleibt ihnen überlassen.
So beträgt die Wartzeit auf die Auszahlung von Leistungen nach Hartz 4 in Augsburg derzeit bis zu zehn Wochen. Besonders betroffen sind die als »sozial schwach« geltenden Gebiete in der Stadtmitte und im Nordwesten der Stadt, während es im Süden und Osten immer noch fünf Wochen sind. Medienberichten zufolge herrscht bei der Arge für Beschäftigung ein Bearbeitungsstau von 1000 Anträgen. Bis die Antragsteller zum ersten Mal Geld bekommen, bleiben sie sich selbst überlassen und müssen Betteln. Ausbaden müssen die Krise aber auch die Beschäftigten der Stadt Augsburg, die zwangsweise in die Arge versetzt werden, ohne Rücksicht auf die Berufausbildung oder bisherige Tätigkeit zu nehmen. Dadurch fehlt natürlich nicht nur die Motivation der Angestellten, sondern auch jede Kontinuität der »Betreuung« der Hilfesuchenden, da die Angestellten sich so schnell wie möglich wieder weg bewerben. Die Krise sorgt zugleich für eine weitere Verschärfung der Situation, denn diejenigen, die bereits ihre Arbeitsplätze verloren haben, beziehen nur ein halbes oder ganzes Jahr Arbeitslosengeld I und stellen deshalb ab Sommer oder Herbst ebenfalls Anträge auf Hartz 4. Und als wenn das nicht reicht, kämpfen die Angestellten in Augsburg mit den Tücken der Technik. Für eine Auszahlung müssen drei Computersysteme in Anspruch genommen werden. 1900 Anträge werden derzeit wegen eines Computerfehlers per Hand kontrolliert. Neuere Artikel:
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