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Nachbeben verschlimmert Lage auf Haiti | Drucken |  E-Mail
Haiti
Mittwoch, den 20. Januar 2010 um 17:52 Uhr

Haiti braucht HilfeEin schweres Nachbeben der Stärke 6,1 hat in den heutigen Morgenstunden die Situation in Haiti weiter verschlechtert. Reporter des lateinamerikanischen Fernsehsenders TeleSur berichteten, dass weitere Gebäude nach dem erneuten Erdstoß zusammengestürzt seien. Ob das erneute Beben weitere Opfer gefordert hat, war noch nicht bekannt.

»Angesichts der neuen Lage ist notwendiger denn je, dass alle Länder sich mit dem haitianischen Volk solidarisieren und ihm jede humanitäre Hilfe leisten, die es benötigt«, schreibt der Sonderkorrespondent der venezolanischen Agentur ABN, Howard Yanes, in einem aktuellen Lagebericht aus dem Karibikstaat.

Die Regierungen Venezuelas und Haitis haben am gestrigen Dienstag eine gemeinsame Solidaritätsbrigade Petión-Bolívar gegründet, die den Wiederaufbau der Insel unterstützen soll. Venezuela hatte unmittelbar nach dem schweren Beben vom Dienstag vergangener Woche als erstes Land der Welt Hilfe auf den Weg gebracht und ebenfalls seine Bereitschaft erklärt, dem bitterarmen Land bei der Reaktivierung seiner Wirtschaft zu helfen. »Wir schicken Haiti alles Erdöl, dass es benötigt«, kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chávez an. Mehrere Flugzeuge und Schiffsladungen mit Hilfsgütern aus Venezuela trafen bereits in Haiti ein.

Im Gegensatz dazu haben die USA bislang 12.000 Soldaten nach Haiti geschickt, angeblich um die Lage zu stabilisieren und dadurch die Hilfe für das notleidende Volk zu ermöglichen. Von vielen Haitianern werden die Marines jedoch bereits als Besatzer wahrgenommen. Zu Recht. So wurden auf dem US-Flugzeugträger »USS Carl Vinson« in den fünf Tagen nach seiner Ankunft an der Küste Haitis bislang nur zehn Opfer des verheerenden Erdbebens behandelt, darunter sieben Haitianer und drei US-Bürger. Bei der Ankunft des Schiffs am vergangenen Freitag hatte US-Admiral Mike Mullen noch stolz mitgeteilt, neben 1000 Soldaten und 19 Hubschraubern verfüge die »Vinson« an Bord auch über 55 Ärzte, 51 Krankenhausbetten und drei chirurgische Operationssäle.

Wie der britische »Daily Telegraph« berichtet, haben US-Offiziere bereits die Orte festgelegt, an denen die erwarteten bis zu 200.000 Flüchtlinge aus Haiti interniert werden sollten. Dazu gehöre auch das US-Gefangenenlager in Guantanamo.