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»Miss Bolivien« kandidiert für Sozialisten | Drucken |  E-Mail
Bolivien
Mittwoch, den 13. Januar 2010 um 18:46 Uhr

MAS-Kandidatin Jessica JordanMit einem aufsehenerregenden Coup hat die »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) des bolivianischen Präsidenten Evo Morales Leben in den Wahlkampf für die Regionalwahlen am 4. April in dem südamerikanischen Land gebracht. In dem bislang von der rechten Opposition regierten Departamento Beni, einem Teil des sogenannten »Halbmonds« der reichen Regionen, tritt die frühere »Miss Bolivien« Jessica Jordan für die MAS an. »Wenn sie die Wahl gewinnt, hätten wir in Beni eine großartige Gouverneurin, denn sie kennt die Probleme der Region. Sie ist wirklich eine Kandidatin mit dem Potential, die Wahlen in Beni zu gewinnen«, zeigte sich MAS-Sprecher Jorge Silva überzeugt.


Empört zeigten sich sowohl Silva wie auch Boliviens Vizepräsident García Linera über die scharfen Angriffe der Opposition auf die Kandidatin, sie sie als »sexistisch« bewerten. Offenbar sähen Teile der Opposition in Jordan eine ernsthafte Gefahr für ihre Herrschaft in Beni, sagte Silva. »Ganz abgesehen von ihrer Schönheit ist Jessica Jordan eine junge Frau, die mit großem Verständnis für die Probleme Benis die Jugend des bolivianischen Ostens und die Frauen repräsentiert«, sagte Silva.

Mit Blick auf die von der Opposition entfesselte Polemik um das Alter der Kandidatin sagte Silva, Jessica Jordan habe der Partei gegenüber bestätigt, dass sie das für eine Kandidatur zur Gouverneurin notwendige Alter von 25 Jahren überschritten habe. Entscheidend seien jedoch ihre Personaldokumente, die sie der Wahlbehörde vorlegen müsse. Die Behörde werde dann entscheiden, ob Jordan die Voraussetzungen für die Kandidatur erfüllt habe oder nicht.

Unterstützt wird Jordan unter anderem von der Konföderation der Indigenen Völker des Bolivianischen Ostens (CIDOB). »Wir sind bereit, sie zu unterstützen«, sagte CIDOB-Präsident Adolfo Chávez. Es müsse aber ein von den sozialen Bewegungen vereinbartes gemeinsames Regierungsprogramm geben.

»Wir werden voller Glaube und Hoffnung für die Kinder kämpfen, für die Frauen, für die Würde, für die Arbeit des Menschen, für die Alten, für die Indígenas, fpr die Bauern, für alle, denn es ist an der Zeit, für Wahrheit und Gerechtigkeit zu kämpfen«, sagte Jessica Jordan, die nicht nur die jüngste unter den Kandidaten für die neun Gouverneursämter, sondern auch die einzige Frau ist.