Sonntag, 25. Januar 2015
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Abrissarbeiten in ZiegenhalsDer Abriss der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals hat begonnen. Am Montag rückten die Bagger an und begannen mit der Zerstörung des historischen Gebäudes. Rund 30 Antifaschisten folgten am Dienstag morgen einem Notruf des Freundeskreises der Gedenkstätte und protestierten gegen die Abrißarbeiten, die unter Polizeischutz fortgesetzt wurden. Zeitgleich ging der Freundeskreis der Gedenkstätte juristisch gegen die Maßnahmen vor und beantragte mittels eines Eilerlasses beim Landesverfassungsgericht. Eine Entscheidung wurde bislang nicht bekannt.

»Unsere Wut und Empörung bleibt. Respektlos wird das heute so dringend notwendige antifaschistische Andenken, das die Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals verkörpert, zerstört. Ziegenhals, einst ein Ort der Begegnung, Erinnerung und der Würde wird durch Gröger und durch die Untätigkeit der politischen Verantwortlichen zu einem Ort bundesdeutscher Schande umgewandelt. Die Opfer des Faschismus werden gerade in Ziegenhals noch ein zweites Mal ermordet«, kritisiert die Initiative, die sich seit Jahren für den Erhalt der Gedenkstätte einsetzt. »Entscheidend ist, dass in Potsdam diese anti-antifaschistische Denkmalschändung akzeptiert wird. Der Ministerpräsident Platzeck glänzt seit Jahren durch Passivität. Der jetzige Abriss stellt auch die antifaschistische Glaubwürdigkeit von Platzeck und seiner ganzen Partei in Frage. Wem nützt der Abriss einer antifaschistischen Gedenkstätte? Jeder denkende Mensch kann diese Frage selbst beantworten«, kommentiert die Initiative und fährt mit Blick auf die in Brandenburg mitregierende Partei Die Linke fort: »Die Solidaritätsbekundung waren zahlreich. Heute waren unter den Protestierern in Ziegenhals natürlich wieder Linkspartei-Mitglieder. Die aktive Solidarität aus dieser Partei hat uns wieder und wieder geholfen - seit Jahren. Aber aus Potsdam hören wir seit Wochen nichts mehr. Bedauerlich finden wir es, wenn der Landesvorsitzende Thomas Nord davon spricht, dass das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz geändert werden soll, damit künftig solche willkürlichen Abrisse verhindert werden sollen. Künftig? Warum soll dieser Abriss jetzt nicht verhindert werden? Warum wird der Empfehlung der Landesverfassungsrichter nicht entsprochen und eine Enteignung durchgesetzt?« Wenn die Linkspartei jetzt nicht aktiv und nachhaltig handele, mache sie sich letztlich mitschuldig, warnt die Initiative. »Dann wird es heißen: Nicht nur kurz vor dem 65. Jahrestag, nein auch noch unter der SPD-Linkspartei-Landesregierung konnte Ziegenhals zu einem Schandmal werden.«

Um den Protest in Ziegenhals sichtbar werden zu lassen, ruft die Initiative auf: »Eine rote Nelke für Teddy! Wir fordern alle Menschen auf, geht nach Ziegenhals. Seht Euch nur an, was dort passiert und bitte steckt eine rote Nelke in den Zaun, als Zeichen Eures Protestes. Als Zeichen, dass ihr den Erhalt wollt und den Abriss verurteilt.« Ausserdem soll in etwa 14 Tagen eine größere Demonstration in Potsdam stattfinden.

Zugleich wächst die Zahl der Unterstützer für die Gedenkstätte. Die Tageszeitung junge Welt widmete dem Skandal die Titelgeschichte ihrer heutigen Ausgabe. Freunde der Thälmann-Gedenkstätte verfassten Gedichte oder erstellten kleine Kunstwerke des Protestes. Auch die Thälmann-Gedenkstätte in dessen Geburtsstadt Hamburg protestierte mit einer Presseerklärung und auf ihrer Homepage gegen den Abriss in Ziegenhals.

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