Sonntag, 30. August 2015
Wenige Wochen vor dem Gipfeltreffen der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), bei dem zahlreiche Länder ein Ende der US-Blockade gegen Cuba fordern wollen, stellt ein weiteres Land Lateinamerikas wieder normale Beziehungen mit der Insel her. Der Präsident von Costa Rica, Óscar Arias, kündigte gestern (Ortszeit) in San José an, die 1961 abgebrochenen Beziehungen mit Cuba wieder aufzunehmen. »Die offizielle Distanz macht heute keinen Sinn mehr, da wir auf vielen Gebieten Kanäle zur Zusammenarbeit eröffnet haben, ziemlich wichtige konsularische und Handelsbeziehungen mit Havanna pflegen und es sogar Direktflüge zwischen unseren Hauptstädten gibt«, sagte Arias.

»Die Zeiten ändern sich und Costa Rica muss sich mit ihnen ändern. Das ist ein Schritt, der unserer Außenpolitik Kohärenz verleiht«, sagte der sozialdemokratische Politiker. »Wir wollen im Ausland wegen unserer Freundschaft und nicht wegen unserer Feindschaft, wegen unserer Bereitschaft zur Hilfe und nicht wegen unserer Unnachgiebigkeit anerkannt werden«.

Am 10. September 1961 hatte der damalige Präsident von Costa Rica, Mario Echandi, per Dekret die diplomatischen Beziehungen mit dem revolutionären Cuba abgebrochen und war damit dem Geist der sogenannten »Deklaration von San José« der OAS gefolgt, durch das die Mitgliedsstaaten im August 1960 auf Druck der USA zum Abbruch der Beziehungen mit Havanna verpflichtet wurden.

Vor wenigen Tagen hatte auch die FMLN El Salvadors angekündigt, nach dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Mauricio Funes im Juni als erstes die seit 1959 unterbrochenen Beziehungen mit Cuba wieder aufzunehmen.
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