Dienstag, 3. März 2015
Aus den Rubriken
RedGlobe Noticias
RedGlobe Links

Mahmud Abbas und Nicolás Maduro im Mai in CaracasMahmud Abbas und Nicolás Maduro im Mai in CaracasDie palästinensische Regierung will künftig Erdöl aus Venezuela importieren. Das berichtete die Nachrichtenagentur Maan News unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Beamten der Autonomiebehörde. Fünf Jahre lang werde Caracas den Brennstoff, der entweder über Jordanien oder über Israel nach Palästina transportiert werden solle, zu Preisen liefern, die für zunächst fünf Jahre günstiger sein sollen als die Kosten auf dem Weltmarkt. Das argentinische Internetportal infobae kommentierte dies mit dem Hinweis, dass Palästina sein Erdöl bislang aus Israel beziehen und dafür den normalen Konsumentenpreis bezahlen muss. Eine erste Sendung von 240 000 Barrel Öl aus Venezuela solle »in naher Zukunft« auf den Weg gebracht werden, berichtete Maan News.

Das Abkommen zwischen Ramallah und Caracas ist offenbar ein Ergebnis des jüngsten Besuchs von Palästinas Präsident Mahmud Abbas in Venezuela. Dabei hatte dieser mit seinem Amtskollegen Nicolás Maduro zahlreiche bilaterale Verträge unterzeichnet, zu denen offenbar auch die Lieferzusagen gehörten. Maduro hatte im Anschluss bereits erklärt, die Palästinenser mit Erdöl und Diesel unterstützen zu wollen, war zunächst aber nicht konkreter geworden. Abbas bat Venezuela zudem um Unterstützung für das Ansinnen der Palästinenser, mit Beobachterstatus in die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR), die Lateinamerikanische und Karibische Staatengemeinschaft (CELAC) und die Bolivarische Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) aufgenommen zu werden. Palästina bemüht sich derzeit in allen internationalen Foren um Anerkennung und will Tel Aviv auf diese Weise zu Verhandlungen zwingen. Venezuela hat sich in den vergangenen Jahren regelmäßig mit den Palästinensern solidarisiert. 2009 brach der damalige Staatschef Hugo Chávez die diplomatischen Beziehungen mit Israel ab und erkannte Palästina als unabhängigen Staat an.

Solidaritätsanzeige