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Interview mit venezolanischen Journalisten: Fidel schliesst Angriff Kolumbiens aus | Drucken |  E-Mail
Kuba
Dienstag, den 10. August 2010 um 10:26 Uhr

Fidel Castro während des InterviewsZeitgleich haben in der vergangenen Nacht (MESZ) das kubanische Fernsehen Cubavisión, das venezolanische VTV, der lateinamerikanischer Fernsehsender TeleSur sowie die Rundfunkstationen Radio Rebelde und Radio Habana Cuba ein gut 90minütiges Interview ausgestrahlt, das der frühere kubanische Präsident Fidel Castro vier Journalisten aus Venezuela gewährte. Andrés Izarra, Präsident von TeleSur, Mario Silva, Moderator der VTV-Sendung »La Hojilla«, Walter Martínez von der bei VTV und TeleSur ausgestrahlten Analysesendung »Dossier« sowie Vanessa Davies, Chefin der Tageszeitung »Correo del Orinoco« befragten Fidel zu dessen jüngsten Warnungen vor einem drohenden Atomkrieg gegen den Iran, zu den wichtigsten Waffen der heutigen Revolutionäre und zu seinen Ansichten über den Konflikt zwischen Kolumbien und Venezuela.



In diesem Zusammenhang schloss Fidel aus, dass Kolumbien das Nachbarland angreifen könne. Daran habe Bogotá weder Interesse noch wolle es dies noch sei es dazu in der Lage und wisse ausserdem von den verheerenden Konsequenzen eines solchen Schritts, so der Comandante zum offensichtlichen Erstaunen seiner Gäste. Von Walter Martínez auf alte Strategiepapiere Washingtons angesprochen, wonach es für die USA notwendig sei, Kolumbien militärisch zu besetzen, um Venezuela attackieren zu können, sagte Fidel, dass den USA dazu die Zeit fehle. »Eines ihrer Ziele ist das Scheitern der Bolivarischen Revolution, und sie denken daran, als letzte Möglichkeit zu den Waffen zu greifen. Aber wann ist der Zeitpunkt für dieses letzte Mittel, nachdem sie schon so viele Anstrengungen unternommen haben, die revolutionäre Regierung 2002 zu stüren.

Entscheidend für den revolutionären Kampf seien heute die Medien, die dazu dienen müssten, die Realität zu verbreiten. Dadurch könne auch verhindert werden, dass sich US-Präsident Barack Obama irre und falsche Entscheidungen treffe. Trotzdem sei er heute optimistischer als noch vor wenigen Wochen, so Fidel, dass es gelingen könne, den  drohenden Krieg gegen den Iran noch zu verhindern. Er vertraue darauf, dass Obama sich weigern werde, den Angriffsbefehl zu geben.

Erneut unterstrich Fidel, dass das kapitalistische System nicht in der Lage ist, die Probleme der Menschheit zu lösen. Auf seine Meinung über die Zukunft des Sozialismus angesprochen, sagte Castro, diese sei »der Kommunismus, so wie ihn Karl Marx beschrieben hat«.

Das komplette Interview als Video: Hier klicken