Sonntag, 19. April 2015
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Journalistendemo gegen Gewalt am 13.12. in TegucigalpaJournalismus bleibt ein lebensgefährlicher Beruf. Das geht aus den Statistiken hervor, die Berufsorganisationen zum Jahresende veröffentlicht haben. So teilte das in New York sitzende Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) am Dienstag (Ortszeit) mit, daß in diesem Jahr weltweit 43 Journalisten getötet wurden. Gefährlichstes Land für Medienschaffende sei Pakistan gewesen, wo 2011 sieben Reporter bei Ausübung ihres Berufs ums Leben gekommen seien. In den vergangenen fünf Jahren sei die Opferzahl in diesem Land damit auf 29 Journalisten gestiegen. In Libyen und im Irak zählte das Komitee je fünf getötete Reporter, drei weitere seien in Mexiko ermordet worden.



Zu deutlich höheren Zahlen und zu einer anderen Verteilung kommt die Press Emblem Campaign (PEC) in Genf. Insgesamt 106 Journalisten seien in 39 Ländern ums Leben gekommen, berichtete die Nichtregierungsorganisation am Montag. Allein in Mexiko seien zwölf Berichterstatter getötet worden, was das nördlichste Land Lateinamerikas zum zweiten Mal in Folge zum gefährlichsten Staat für Journalisten gemacht habe. In Pakistan zählte die PEC elf getötete Reporter, gefolgt von Libyen und dem Irak mit jeweils sieben Todesopfern. Damit machten diese vier Länder allein ein Drittel der Gesamtzahl getöteter Journalisten aus.

Als insgesamt gefährlichste Region für den Berufsstand sieht die Organisation Lateinamerika, denn auch in Brasilien und Honduras wurden jeweils sechs Reporter getötet. Diese beiden Länder liegen damit gleichauf mit den Philippinen und nur knapp vor Somalia.

In Honduras hat die Gewalt gegen Journalisten vor allem seit dem Putsch 2009 gegen den demokratisch gewählten Präsidenten Manuel Zelaya zugenommen. Zuletzt wurde am 6. Dezember die Rundfunkjournalistin Luz Marina Paz in ihrem Auto durch unbekannte Täter ermordet, ihr Fahrzeug wies den Informationen der Polizei zufolge mindestens 37 Einschüsse auf. Als ihre Kollegen am 13. Dezember gegen die anhaltende Gewalt auf die Straße gingen (Foto), wurden sie von einer Hundertschaft der Ehrengarde des Präsidenten mit Tränengas und Knüppeln attackiert.

Insgesamt 20 Journalisten kamen bei der Berichterstattung über die Ereignisse in den arabischen Ländern ums Leben. Auch ein Jahr nach Beginn der Veränderungen dort griffen die Sicherheitsapparate der Staaten dort weiter zu ihren Methoden der Vergangenheit, kritisierte PEC-Präsident Hedayat Abdelnabi.


 

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