Freitag, 3. Juli 2015
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Kletteraktion gegen Castor 2010Vor dem Amtsgericht Potsdam wurde in den vergangenen Monaten gegen UmweltaktivistInnen der Gruppe „Brückentechnologie“ verhandelt. Hintergrund war eine spektakuläre Kletteraktion an einer über 70 Meter hohen ICE-Brücke gegen den Castortransport nach Gorleben im Jahr 2010. Der Zug mit dem Atommüll kam damals für mehre Stunden in Altmorschen bei Kassel zum Stehen.

 

Ursprünglich waren fünf Mitglieder der Gruppe angeklagt, doch die Verfahren gegen drei AktivistInnen wurden bereits im Februar 2013 bei einer mündlichen Verhandlung eingestellt. Sie hatten zuvor in der Potsdamer Innenstadt für Aufsehen gesorgt, als sie das dortige Brandenburger Tor erklommen, um auf die Gefahren der Atomkraft und die anstehenden Prozesse aufmerksam zu machen. Im Juni 2013 folgte dann nach drei Verhandlungstagen die Einstellung eines weiteren Verfahrens. Nun wurde auch das letzte verbliebene Verfahren gegen die als „Eichhörnchen“ bekannte Cécile Lecomte überraschend ohne Prozess eingestellt.

Die Aktivistin hatte zuvor die rechtsstaatswidrige Verfahrensverzögerung moniert, worauf die Einstellung folgte. „Richterin Ahle hat keine Lust auf ein weiteres politisches Verfahren. Das ist der Erfolg einer offensiven Strategie vor Gericht“, vermutet die Kletteraktivistin, die in der Vergangenheit schon mehrfach vor dem Amtsgericht Potsdam gestanden hat – ohne dass ein einziges Urteil rechtskräftig wurde.

„Wir konnten unsere ungewöhnliche, kreative Art des Protestes verteidigen“, freut sich Cécile über das Ergebnis. Schon am Montag hatte die Aktivistin in der juristischen Auseinandersetzung um eine Kletteraktion gegen einen Urantransport vor dem Münsteraner Landgericht einen vergleichbaren Erfolg erzielt. „Wir bleiben am Seil – denn es gibt trotz angeblichem Atomausstieg täglich Atomtransporte. Stellt euch quer!“

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