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Ecuador und Uruguay protestieren gegen Ausschluss Kubas von Amerika-Gipfel | Drucken |  E-Mail
Ecuador
Freitag, den 09. März 2012 um 21:42 Uhr

Rafael Correa am 8. März 2012Bei einer Grosskundgebung aus Anlass des Internationalen Frauentages hat Ecuadors Präsident Rafael Correa am Donnerstag (Ortszeit) die versammelte Menge befragt, ob er trotz des Ausschlusses Kubas an dem im April im kolumbianischen Cartagena stattfindenden Amerika-Gipfeltreffen teilnehmen solle. In der Menge, die sich auf der Plaza de la Independencia im Zentrum der Hauptstadt Quito versammelt hatte, entdeckte Correa eine grosse kubanische Fahne. »Da ich hier die Fahne Kubas sehe, möchte ich mich bei euch erkundigen«, rief Correa den Menschen zu. »Wir haben gefordert, dass Kuba am nächsten Amerika-Gipfel teilnehmen soll und die seit 50 Jahren gegen Kuba aufrechterhaltene verbrecherische Blockade diskutiert wird, ebenso wie der verbrecherische kolonialistische Prozess der Islas Malvinas (Falkland Islands).«

Da diese Forderungen jedoch nicht erfüllt würden, befragte er die Masse: »Sollen wir zum Amerika-Gipfel fahren oder nicht?« Die Antwort war ein vieltausendstimmiges »Nein!« Das beantwortete Correa mit dem Sprechchor »No queremos y no nos da la gana, de ser una colonia norteamericana, y sí queremos, y sí nos da la gana, de ser una Patria altiva y soberana!« (Wir wollen nicht und haben keine Lust, eine nordamerikanische Kolonie zu sein. Wir wollen und haben Lust, ein soveränes und stolzes Heimatland zu sein).

Ein Amerika-Gipfel ohne Kuba sei ein sehr ernstes, unglaubliches Problem, betonte Correa. Bei dem Treffen, an dem alle Länder vertreten sein müssten, werde Kuba ausgeschlossen. Es würden Allgemeinplätze, Klischees und leere Reden von Demokratie und Meinungsfreiheit gehalten, womit aber nur die Unternehmensfreiheit der Medienkonzerne gemeint seien. Die grundsätzlichen Fragen der Region wie die Blockade Kubas oder die Kolonialisierung der Islas Malvinas durch England würden nicht behandelt.

Ob dies tatsächlich bereits die offizielle Absage seiner Teilnahme an dem Gipfeltreffen war, ist unklar. Vizepräsident Lenín Moreno erklärte am Freitag, Correa habe seine Beteiligung noch nicht entschieden.

Scharfe Worte auch aus Montevideo. Uruguays Außenminister Luis Almagro nannte die Ausladung Kubas am Freitag »nicht hinnehmbar«. Das werde man auf dem Gipfeltreffen auch deutlich machen, kündigte er an.

In Havanna kündigte der kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez an, die ALBA-Staaten würden sich in den nächsten Tagen noch über ihr Verhalten verständigen. Die Bolivarische Allianz hatte mit einem Boykott des Gipfeltreffens gedroht, wenn Kuba nicht eingeladen werde. Am Mittwoch hatte Kolumbiens Präsident Juan Manuel Santos bei einem Besuch in Havanna erklärt, er könne Kuba nicht einladen, weil unter den anderen Staaten »leider keinen Konsens« darüber erreichbar gewesen wäre. Praktisch sind es lediglich die USA, die eine Teilnahme der Insel blockieren.

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