Samstag, 4. Juli 2015
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Fidel CastroVor etwas mehr als acht Monaten, am 21. Februar diesen Jahres, habe ich voller Überzeugung erklärt: »Der Plan der NATO ist, Libyen zu besetzen.« Unter diesem Titel habe ich erstmals dieses Thema in einer Reflexion behandelt, deren Inhalt die Frucht meiner Phantasie zu sein schien. Ich werde in diesen Zeilen die Elemente einführen, die mich zu dieser Schlußfolgerung gebracht hatten.



»Das Erdöl ist zum wichtigsten Reichtum in den Händen der großen transnationalen Yankee-Konzerne geworden. Durch diese Energiequelle verfügten sie über ein Instrument, dass ihre politische Macht in der Welt beachtlich verstärkt hat. Auf der Grundlage dieser Energiequelle entwickelte sich die gegenwärtige Zivilisation. Venezuela war die Nation dieser Hemisphäre, die den besten Preis bezahlte. Die USA machten sich zum Besitzer der riesigen Vorkommen, mit denen die Natur dieses Bruderland ausgestattet hat. Nach dem Ende des letzten Weltkrieges wurde begonnen, aus den Vorkommen des Iran sowie Saudi-Arabiens, des Irak und der um sie liegenden arabischen Länder große Mengen Erdöl auszubeuten. Diese wurden zu den Hauptlieferanten. Der weltweite Konsum stieg zunehmend bis zur sagenhaften Zahl von täglich etwa 80 Millionen Barrel an, einschliesslich dessen, was auf dem Gebiet der Vereinigten Staaten gefördert wird, und zu dem zuletzt Gas, Wasser- und Kernkraft hinzukamen. Die Verschwendung von Erdöl und Erdgas ist verknüpft mit einer der größten und absolut nicht gelösten Tragödien, die die Menschheit erleidet: dem Klimawandel.

Im Dezember 1951 wurde Libyen zum ersten afrikanischen Land, das nach dem Zweiten Weltkrieg seine Unabhängigkeit erlangen konnte, dessen Territiorium Schauplatz wichtiger Kämpf zwischen deutschen und britischen Truppen war. 95 Prozent seines Gebiets ist vollkommene Wüste. Die Technik ermöglichte ist, wichtige Leichtölvorkommen von hervorragender Qualität zu entdecken, die heute 1,8 Millionen Barrel täglich umfassen, sowie umfangreiche Reserven an Naturgas. (...) Seine unerbittliche Wüste liegt über einem riesigen See fossilen Wassers, dessen Ausdehnung dreimal der Fläche Kubas entspricht, was es ermöglicht hat, ein ausgedehntes Netz von Süßwasserförderanlagen zu errichten, das sich über das ganze Land erstreckt. Die libysche Revolution fand im September 1969 statt. Ihre wichtigste Führungspersönlichkeit war Muammar Al-Gaddafi, ein von den Beduinen abstammender Militär, den in seiner frühesten Jugend von den Ideen des ägyptischen Anführers Gamal Abdel Nasser beeinflusst wurde. Zweifellos stehen viele seiner Entscheidungen im Zusammenhang mit den Veränderungen, die sich ereignet haben, als in Libyen wie in Ägypten eine schwache und korrupte Monarchie gestürzt wurde.

Man kann mit Gaddafi einverstanden sein oder nicht. Die Welt ist mit jeder Art von Nachrichten überschwemmt worden, mit denen vor allem die Massenmedien gefüllt wurden. Es bleibt die notwendige Zeit abzuwarten, um genau zu wissen, was Wahrheit und was Lüge ist oder was eine Mischung aus Ereignissen aller Art die sich inmitten des Chaos in Libyen ereignet haben. Was für mich absolut offensichtlich ist, ist dass die Regierung der Vereinigten Staaten sich absolut nicht um den Frieden in Libyen sorgt und nicht zögern wird, der NATO den Befehl zur Invasion dieses reichen Landes zu geben. Das ist vielleicht eine Frage von Stunden oder wenigen Tagen.

Diejenigen, die mit heimtzückischen Absichten die Lüge erfunden haben, dass Gaddafi nach Venezuela gegangen sei, wie sie es am gestrigen Sonntag abend, 20. Februar, getan haben, haben heute eine würdige Antwort des Außenministers von Venezuela, Nicolás Maduro, erhalten.

Ich für meinen Teil kann mir nicht vorstellen, dass der libysche Anführer sein Land verlässt und seinen Verantwortlichkeiten ausweicht, seien sie ganz oder teilweise falsch oder nicht.

Ein ehrlicher Mensch wird immer gegen jede Ungerechtigkeit sein, die gegen irgendein Volk der Welt begangen wird. Das schlimmste wäre, jetzt angesichts des Verbrechens zu schweigen, dass die NATO gegen das libysche Volk vorbereitet. Die Chefs dieser kriegerischen Organisation ist es eilig damit. Das muss angeklagt werden!«

Zu diesem frühen Zeitpunkt hatte ich mir dessen bewusst gemacht, was absolut offensichtlich war.

Morgen, am Dienstag, 25. Oktober, wird unser Außenminister Bruno Rodríguez am Sitz der Vereinten Nationen sprechen, um die verbrecherische Blockade der Vereinigten Staaten gegen Kuba anzuklagen. Wir werden diesen Kampf genau verfolgen, der einmal mehr die Notwendigkeit aufzeigen wird, nicht nur die Blockade zu beenden, sondern auch das System, das die Ungerechtigkeit auf unserem Planeten in sich trägt und das Überleben der Menschheit gefährdet. Dem Plädoyer Kubas werden wir besondere Aufmerksamkeit widmen.

Ich werden am Mittwoch, den 26., fortfahren.


Fidel Castro Ruz

24. Oktober 2011
17.19 Uhr

Quelle: Cubadebate / Übersetzung: RedGlobe

 

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