Montag, 20. April 2015
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Der Weg zum Treffpunkt war dann jedoch auch für die Wissenden nicht einfach. Auch die Mitglieder der Gruppe »Dame Pa'  Matala«, die zuvor auf der Bühne Hunderten Jugendlichen eingeheizt hatten, mußten sich über Telefon zum Zielort lotsen lassen. Von der Straßenseite aus wies nichts darauf hin, daß sich in dem unscheinbaren Gebäude eine Kneipe, die »Puto Bar«, befinden könnte. Doch vor dem Eingang zu dem mehrstöckigen Wohnhaus wartete bereits einer der Wirte. Durch einen langen Gang im Erdgeschoß, der eher an einen Schulkorridor als an den Eingang einer Bar erinnerte, wurde unsere kleine Gruppe durch den Hintereingang in die Kneipe geschleust. Eindringlich wurden wir gebeten, leise zu sein. Kurz öffnete sich die Tür, um schnell wieder verschlossen zu werden. Uns schlugen Salsamusik und der süßliche Geruch von Räucherstäbchen entgegen. Wir befanden uns in einer kleinen Einraumkneipe, die mit einigen Graffitis an den Wänden ihre politische Orientierung klar zum Ausdruck bringt: »Chavéz ist einer von uns«. Der Präsident prangt auf einem Bild als gepiercter Punk mit Irokesenschnitt an einer Tür.

Seit Freitag herrscht in ganz Venezuela Alkoholverbot, doch uns wurden hier Cuba Libre, Wodka, Rum oder Bier angeboten. Beim ausgelassenen Kickerspiel »Venezuela gegen Deutschland«, das zwei Bandmitglieder mit den jW-Korrespondenten austragen, gewinnt Venezuela mit 10:9 Toren. Nachzügler wurden in kleinen Gruppen möglichst unauffällig in die Bar gelotst. »Wir wollen  nicht, daß die Polizei auf uns aufmerksam wird«, erklärte die junge Frau mit den kurzen Haaren, die hinter der Bar den Laden schmiß.  

Quelle: junge Welt Online Spezial

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