| FARC für eine Zukunft ohne Krieg | | Drucken | |
| Kolumbien |
| Mittwoch, den 13. Februar 2008 um 23:51 Uhr |
|
In einem über Internet geführten Interview mit der kubanischen Agentur Prensa Latina hat sich der Sprecher der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC), Raúl Reyes, dafür ausgesprochen, die notwendigen Schritte zu einem Frieden mit sozialer Gerechtigkeit zu unternehmen. "Die Zukunft Kolumbiens kann nicht der Krieg sein", sagte der Comandante der ältesten und stärksten Guerrilla Lateinamerikas, der die Bereitschaft seiner Organisation zu einem humanitären Gefangenenaustausch unterstrich.
Leider hätten sich die Oligarchie, die Drogen-Mafia und die Paramilitärs der Regierung bemächtigt um ihre von Washington beschützten Interessen zu verteidigen, kritisierte Reyes. Das zeige sich in den verschiedenen Plänen zur Aufstandsbekämpfung ebenso wie im jetzt angestrebten Freihandelsabkommen zwischen Kolumbien und den USA, das für das kolumbianische Volk nur mehr Massaker, mehr Armut und Elend bedeute. Reyes würdigte die Anstrengungen der kolumbianischen Senatorin Piedad Córdoba und des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, um einen Gefangenenaustausch zu erreichen. Der Vorschlag Chávez', der Guerrilla den Status einer kriegführenden Partei zuzuerkennen sei der bislang beste politische Beitrag für eine humanitären Lösung und für den Frieden, sagte der Guerrilla-Chef, der dem obersten Führungsgremium der FARC angehört. Die spanische Regierung und die Katholische Kirche Kolumbiens hätten sich hingegen als Vermittler selbst ausgeschlossen, weil sie die "Para-Politik" Uribes unterstützten. Er unterstrich, dass die FARC keine militärischen Operationen ausserhalb der Grenzen Kolumbiens durchführen, da sie sich mit keiner anderern Regierung als der "faschistischen und mafiosen" in Bogotá befinden. Es sei das Ziel der kolumbianischen Regierung, Nachbarländer wie Venezuela und Ecuador in den inneren Konflikt Kolumbiens hineinzuziehen. Es sei aber zu begrüßen, dass die Regierungen dieser Länder weiter dem bolivarischen Ideal der Nichteinmischung folgen und lediglich ihre Unterstützung bei der Suche nach einer friedlichen Lösung anbieten, so Reyes. Der FARC-Sprecher dementierte auch Gerüchte über eine Erkrankung des obersten Comandante der Guerrilla, Manuel Marulanda. Er erfreue sich bester Gesundheit und stehe an der Spitze seiner politisch-militärischen Organisation. Die Verbreitung von Gerüchten über eine schwere Erkrankung Marulandas und interne Kämpfe um seine Nachfolge sei Teil der Kriegführung des Regimes in Bogotá, sagte Reyes. Dafür greife die Regierung auf Medien zurück, die im Dienste "der Yankees und der Oligarchie" stehen, sagte der Comandante und nannte namentlich die Rundfunksender Caracol und RCN und die Tageszeitung El Tiempo. Ebenso wies er auch die vom kolumbianischen Militär verbreiteten Berichte über eine Schwächung der Guerrilla zurück. "Unsere Armee wächst an Erfahrungen, Kämpfern und Waffen und erfährt die wachsende Sympathie und Unterstützung durch das Volk. Täglich gibt es Kämpfe im ganzen Land, denn die Guerrilla-Einheiten sind in ganz Kolumbien präsent", sagte Reyes. Quelle: Prensa Latina / RedGlobe Neuere Artikel:
Ältere Artikel:
|
