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Venezuela und Ecuador brechen Beziehungen mit Kolumbien ab | Drucken |  E-Mail
Kolumbien
Montag, den 03. März 2008 um 01:12 Uhr

Offizielle Erklärung der Bolivarischen Republik Venezuela vom 1. März 2008
Venezuelas Präsident Hugo Chávez hat heute die endgültige Schließung der venezolanischen Botschaft in Bogotá sowie die Verstärkung der militärischen Präsenz an der Grenze zum Nachbarland angeordnet, nachdem kolumbianische Truppen am Samstag in Ecuador eingedrungen waren und in einer offenbar gezielten Aktion den als "Nummer Zwei" der Revolutionären Streitkräfte Kolumbuens (FARC) geltenden Comandante Raúl Reyes sowie 17 weitere Guerrilleros getötet hatten.


"Ich ordne den sofortigen Abzug unseres gesamten Personals aus der Botschaft in Bogotá an. Unsere Botschaft in Bogotá wird geschlossen, alle unsere Funktionäre sollen heimkommen", sagte Chávez und reagierte damit auf die Möglichkeit, dass Kolumbien venezolanisches Staatsgebiet ebenso verletzen könnte wie die Souveränität Ecuadors. Zugleich forderte er Verteidigungsminister Gustavo Rangel Briceño auf, sofort 10 Panzerbataillone an die Grenze zu Kolumbien in Marsch zu setzen. "Wir wollen keinen Krieg, aber wir werden nicht erlauben, dass das nordamerikanische Imperium, das der Herr ist, und seine Welpe, der Präsident Uribe, und die kolumbianische Oligarchie uns spalten und uns schwächen", warnte der venezolanische Präsident.

Zugleich bot Chávez Ecuador alle Unterstützung in dessen Konflikt mit Kolumbien an: "Ich setze Venezuela in Alarmbereitschaft und wir werden Ecuador unter allen Umständen unterstützen". Die Tötung Raúl Reyes' sei ein "kaltblütig geplanter feiger Mord" gewesen. Venezuela werde deshalb an keinem Gipfeltreffen mehr teilnehmen, dass in Kolumbien stattfindet, einschließlich des bevorstehenden Treffens der Union Südamerikanischer Nationen (Unasur).

Ecuador hat unterdessen ebenfalls seinen Botschafter aus Kolumbien abgezogen. Der ecuatorianische Präsident Rafael Correa kritisierte seinen kolumbianischen Amtskollegen scharf. Reye sei im Schlaf "massakriert" worden, als er gemeinsam mit seinen Guerrilleros in einem improvisierten Lager schliefen, das sich zwei Kilometer tief auf ecuatorianischem Gebiet befand. Er dementierte damit Aussagen der Regierung in Bogotá, wonach die kolumbianischen Truppen das Feuer der Guerrilleros erwidert hätten. Correa wertete den Zwischenfall als den "schlimmsten Angriff" in der Geschichte seines Landes. Der ecuatorianische Präsident sprach ausserdem davon, dass der gezielte Angriff auf die schlafenden Guerrillerios "sicher mit Hilfe ausländischer Mächte" erfolgt sei.

Wie der lateinamerikanische Nachrichtensender TeleSur meldet, haben ecuatorianische Truppen zwei verletzte Guerrilleras gerettet, die während des Bombenangriffs der kolumbianischen Truppen verwundet worden waren. Eine der Verletzten, eine 19-jährige Kämpferin, wurde mit einem Hubschrauber zu einer Militärbasis in Lago Agrio im Nordosten von Ecuador gebracht. Dort werde sie in einem Krankenhaus ärztlich versorgt und stehe unter militärischer Aufsicht, meldet der Sender.

In der Region lebende Bauern, die den Angriff der Kolumbianer miterlebt haben, berichteten TeleSur zufolge von starken Bombenangriffen durch mehr als fünf kolumbianische Luftfahrzeuge.

Die FARC haben unterdessen erklärt, dass der Tod Raúl Reyes' die Suche nach einem humanitären Gefangenenaustausch nicht beeinträchtigen solle. "Wir rufen zur revolutionären Entschlossenheit auf, nicht nachzulassen im Bemühen um einen humanitären Austausch, unseren Vorschlag für Frieden und für den Aufbau einer effizienten Demokratie mit sozialer Gerechtigkeit fortzusetzen", heißt es in einer Erklärung der Guerrilla: "Das ist die beste Ehrung all unserer Genossinnen und Genossen, die im Kampf gefallen sind". Zugleich kündigen die FARC eine "offizielle Erklärung" der Führungsorgane der Organisation an, die "wahrscheinlich in den nächsten Tagen" veröffentlicht werde.

 Quellen: TeleSur, ABN / RedGlobe


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