| Weiter kein Frieden in Kolumbien | | Drucken | |
| Kolumbien |
| Dienstag, den 11. März 2008 um 12:47 Uhr |
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Nach dem Ende der Krise zwischen Kolumbien und den Nachbarstaaten, die durch die Intervention kolumbianischer Truppen in Ecuador ausgelöst worden war, bei der ein führendes Mitglied der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) sowie etwa ein Dutzend mexikanischer StudentInnen ums Leben gekommen waren, richtet sich der Blick nun wieder auf die innenpolitische Situation in dem südamerikanischen Staat. Der Gewerkschaftsbund CUT weist darauf hin, dass allein in den vergangenen Tagen mehrere Gewerkschafter ermordet oder verschleppt worden sind. Seit Jahresanfang seien bereits neun Gewerkschafter ermordet worden. Mindestens vier Morde ereigneten sich allein nach den großen Demonstrationen gegen den Paramilitarismus, mit denen am 6. März Zehntausende von Menschen in Kolumbien und weltweit an die Opfer von Staatsterror und paramilitärischen Banden erinnert hatten.
Wie die Menschenrechtsabteilung des Gewerkschaftsbundes informiert, wurde am 7. März der Präsident der Gewerkschaft der Bankangestellten (UNEB) in Bucaramanga, Rafael Boada, von einem Motorrad aus in seinem Auto erschossen. Auch Leonidas Gómez Rozo von der nationalen Führung der UNEB, der auch dem Vorstand des Linksbündnisses Alternativer Demokratischer Pol (PDA) in Bogotá angehörte, wurde ermordet. Bereits am 4. März starb die Lehrerin und Gewerkschafterin Carmen Cecilia Carvajal Ramírez bei einem Anschlag, als sie sich auf dem Weg zu ihrer Arbeit befand. Ein Gewerkschafter, von dem nur der Name Leonidas bekannt ist, "verschwand" am 5. März und wurde am 8. März von seiner Familie brutal ermordet in seiner Wohnung aufgefunden. Am Abend des 7. März wurde der Erzieher Gildardo Antonio Gómez Alzate ermordet. Darüber hinaus halten nach Angaben der CUT die Drohungen gegen führende Mitglieder von Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen an. Den Opfer wird durch Telefonanrufe, SMS und E-Mails mit dem Tode gedroht. Die Gewerkschaft kritisiert die Passivität der staatlichen Behörden und fordert die Aufklärung der Ereignisse. Unterdessen haben die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) den Tod ihres Comandante Iván Ríos bestätigt, sich zugleich aber von den "Schauermärchen" der Regierung distanziert. Diese hatte erklärt, Ríos sei von seinen eigenen Untergebenen ermordet worden, die ihm anschließend die Hände abgeschnitten und diese als Beweis den Regierungstruppen übergeben hätten. Auf der Homepage der FARC-Zeitschrift "Resistencia" heisst es dazu, die "oberen Instanzen" der Guerrilla arbeiteten hart an einer Klärung der Ereignisse. Im ganzen Land gäbe es derzeit Kämpfe, diese würden aber nicht verhindern, "dass es sehr bald von uns glaubwürdige Informationen über die jüngsten Ereignisse" geben werde. Die Erklärungen der Regierung, deren Mitglieder von der Zeitschrift als "Agenten des Drogenhandels und des Imperiums" bezeichnet werden, hätten das Ziel, den Eindruck zu erwecken, dass die FARC "moralisch zerbrechen". Die Guerrilla-Kolonnen der FARC kämpften aber "fest und treu für die revolutionäre Sache", so "Resistencia". Die Zeitschrift berichtet auch, dass US-Kommandos "physisch und technisch" die Regierungsoffensive begleiten. "Der Krieg entwickelt sich in fast dem ganzen Land, aber hier wachsen die Moral und die Rebellion, ganz entgegen den Wünschen der Friedensfeinde", schreiben die anonymen Autoren des Artikels. Quellen: CUT, Resistencia / RedGlobe Neuere Artikel:
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