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FARC-Überläuferin: Guerrilla ist nicht terroristisch | Drucken |  E-Mail
Kolumbien
Mittwoch, den 21. Mai 2008 um 12:21 Uhr
Die auf die Regierungsseite übergelaufene langjährige FARC-Guerrillera "Comandante Karina" hat am Dienstag in Bogotá erklärt, dass es keinerlei Verbindung oder Beziehungen zwischen den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens und den Regierungen von Venezuela oder Ecuador gäbe. "Wir bewundern den Präsidenten Chávez, aber ich habe nie etwas von Abkommen, Verhandlungen oder sonst irgendwas mit ihm erfahren, auch nicht mit dem Präsidenten Correa", erklärte "Karina", die eigentlich Nelly Avila heißt, vor der kolumbianischen Presse.

Die Ex-Guerrillera erklärte, sie habe sich zur Desertion entschlossen, weil der Druck der Regierungstruppen auf ihre Einheit zu groß geworden sei und sie nicht das Schicksal ihres direkten Vorgesetzten Iván Ríos erleiden wollte. Das Mitglied des siebenköpfigen FARC-Sekretariats war im März von einem Untergebenen ermordet worden, um das vom Regime in Bogotá ausgesetzte Kopfgeld zu kassieren. Die Regierung habe die Schlacht gegen sie gewonnen, sie wisse aber nicht, ob die Regierung auch die FARC besiegen könne, "denn dort gibt es sehr viele Leute, die der revolutionären Sache sehr ergeben sind", sagte die Überläuferin, die 24 Jahre lang Mitglied der Guerrilla gewesen war.

Obwohl sie übergelaufen sei, sei sie nicht damit einverstanden, die FARC als eine terroristische Organisation zu bezeichnen, sagte sie: "Für mich sind die FARC keine terroristische Organisation. Wir befinden uns in einer Konfrontation und Exzesse gibt es auf beiden Seiten".

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