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Santos bei Merkel: Menschenrechte kein Thema? | Drucken |  E-Mail
Kolumbien
Dienstag, den 06. Juli 2010 um 16:13 Uhr

Juan Manuel SantosAm morgigen Mittwoch empfängt Bundeskanzlerin Angela Merkel Kolumbiens künftigen Präsidenten Juan Manuel Santos. In einer gemeinsamen Erklärung forderten deshalb amnesty international, Caritas International, FIAN, terre des hommes, kolko - Menschenrechte für Kolumbien, Action pro Colombia, Koordination Gerechtigkeit und Frieden der Franziskaner (COTAF), Pax Christi und der Solidaritätsfonds Eine Welt von der Regierungschefin, gegenüber ihrem Gast die schwierige Menschenrechtslage in Kolumbien zu thematisieren und die zukünftige Administration dazu auffordern, Maßnahmen zur vollständigen Umsetzung der UN-Menschenrechtsempfehlungen zu ergreifen.



»Wer sich in Kolumbien für die Menschenrechte, Gerechtigkeit und Demokratie einsetzt, begibt sich in Lebensgefahr«, sagte der kolumbianische Priester Alberto Franco, der diese Woche in Berlin über die Menschenrechtslage in Kolumbien berichtet. »Die Menschenrechtssituation in Kolumbien ist dramatisch. Die kolumbianischen Menschenrechtsorganisationen fordern den künftigen Präsidenten dazu auf, sofort Maßnahmen zu ergreifen, um die Straflosigkeit zu beenden.«

Peter Seidel von Caritas International kritisierte die jüngsten Forderungen des noch amtierenden Präsidenten Uribe, verstärkt die Militärjustiz bei Menschenrechtsverletzungen durch Militärangehörige anzuwenden, als »schockierend«. Frau Merkel solle bei Herrn Santos die mangelnde Unabhängigkeit der Justiz thematisieren und sich für den stärkeren Schutz von Menschenrechtsverteidigern stark machen.

Bedrohungen und Morde von Menschenrechtsaktivist/innen haben in Kolumbien in den letzten Monaten wieder deutlich zugenommen. Seit Jahresbeginn sind in dem südamerikanischen Land bereits über 30 Gewerkschafter ermordet worden.

 


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