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Kolumbien
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Sonntag, den 15. April 2012 um 11:18 Uhr |
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Obwohl die Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerikas (ALBA) auf einen offiziellen Boykott des Amerika-Gipfels wegen des Fehlens Kubas im kolumbianischen Cartagena verzichtet hatten, fand das Treffen der Staats- und Regierungschefs am Samstag abend (Ortszeit) fast ohne deren Staatschefs statt. Von den größeren ALBA-Mitgliedern war lediglich Boliviens Präsident Evo Morales anwesend. Ecuadors Staatschef Rafael Correa hatte seine Teilnahme bereits im Vorfeld abgesagt, um gegen die Ausladung Havannas zu protestieren. Hugo Chávez entschuldigte sich mit Verweis auf ärztlichen Rat und flog am Samstag zur Fortsetzung seiner Strahlentherapie nach Havanna. Am Samstag nachmittag hatte dann überraschend auch Nicaraguas Präsident Daniel Ortega seine Teilnahme ohne offizielle Begründung abgesagt, zugleich jedoch seine Beteiligung an einer Kuba-Solidaritätskundgebung in Managua angekündigt.
Auch so war das Fehlen Kubas ein zentrales Thema der Beratungen in Cartagena. Bei der Eröffnung las sogar Gastgeber Juan Manuel Santos dem angereisten US-Präsidenten Barack Obama die Leviten. Dieses Treffen müsse das letzte ohne eine Beteiligung Kubas sein. Zudem verurteilte er die Blockade der Insel durch Washington. »Das Embargo gegen Kuba ist ein Anachronismus, der uns an die Epoche des Kalten Krieges fesselt. Während sich geweigert wird, in eine andere Richtung zu schauen, haben die Isolation und das Embargo (gegen Kuba) ihre Ineffizienz bewiesen«, sagte der kolumbianische Präsident bei seiner Eröffnungsansprache. Statt dessen sollten sich die Regierungen des Kontinents nicht uninteressiert von den Veränderungsprozessen in Kuba abwenden, »der immer breiter anerkannt wird und festgesetzt werden muss«.
Boliviens Präsident Evo Morales warf den USA vor. »kein demokratisches Land« zu sein, weil sie nach wie vor die von zahlreichen internationalen Foren wie der Vollversammlung der Vereinten Nationen erhobene Forderung nach einem Ende der Blockade Kubas ignorierten. Es könne keine Integration Amerikas ohne Kuba geben. Die jetzige Situation sei »eine Diktatur durch ein Land. Das zwingt uns dazu, uns ohne die USA zu vereinen, und das ist die CELAC«, warnte er mit Blick auf die im vergangenen Jahr in Caracas gegründete Gemeinschaft der Staaten Lateinamerikas und der Karibik. »Ich hatte Hoffnungen in Präsident Obama, nachdem er beim letzten Gipfel erklärt hatte, 'wir wollen Partner sein, Beziehungen von gegenseitigem Respekt'. Aber seither war es das genaue Gegenteil«, so Evo weiter, der zudem den Ausschluss der Öffentlichkeit von den Beratungen der Staatschefs kritisierte. Im Gegensatz zu früheren Konferenzen waren die Ansprachen der Teilnehmer nicht direkt im Fernsehen übertragen worden.
In einem offiziellen Kommuniqué kündigten die ALBA-Staaten zudem an, an keinem weiteren Amerika-Gipfel teilzunehmen, von dem Kuba ausgeschlossen bliebe: »Die Bruderrepublik Kuba hat als Bestandteil unseres Amerikas das unbedingte und unzweifelhafte Rechte, bei diesem Forum präsent und gleichberechtigt beteiligt zu sein. Als Konsequenz daraus manifestieren wir unsere Entscheidung, an den nächsten 'Amerika-Gipfeln' ohne Präsenz Kubas nicht teilzunehmen.«
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