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Argentinien, Bolivien, Venezuela und Ecuador haben angekündigt, die neue Regierung Paraguays nicht anzuerkennen, weil diese aus einem nicht legitimierten Verfahren durch die Absetzung des demokratisch gewählten Präsidenten Fernando Lugo hervorgegangen sei. Lugo war in in einem politischen Prozess durch beide Kammern des Parlaments für abgesetzt erklärt worden. Das Ergebnis dieses Verfahrens war ganz offensichtlich schon vor Beginn ausgehandelt und festgelegt worden, wie ein von Senatspräsident Jorge Oviedo Matto unterzeichnetes Dokument belegt, das derzeit durch paraguayische Medien und Internetdienste kursiert.
Boliviens Präsident Evo Morales rief die Regierungen des Kontinents, die sozialen Bewegungen und die indigenen Völker auf, sich in einer Front zur Verteidigung der Demokratie in Paraguay und des Präsidenten Lugo zusammenzuschliessen. Sein venezolanischer Amtskollege Hugo Chávez erklärte in Caracas, der Regierungswechsel in Asunción sei "ein Putsch der paraguayische Bourgeoisie" gewesen.
Bei einer überraschend einberufenen Pressekonferenz im Regierungssitz in Buenos Aires verurteilte auch Argentinies Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner die Ereignisse in Paraguay als "Staatsstreich" und kündigte an, dass die mit dem Paraguay im Wirtschaftsblock Mercosur zusammengeschlossenen Länder gemeinsame Massnahmen ergreifen werden. "Wir werden eine Reihe von Aktionen unternehmen, die unsere Außenministerien festlegen. Wir werden als Gemeinschaft handeln, gemeinsam mit Uruguay und mit Brasilien", erklärte sie.
Ecuadors Präsident Rafael Correa kündigte für die kommende Woche eine Sondersitzung der Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) an, um die entstandene Lage zu beraten,
Selbst die rechte Regierung Chiles distanzierte sich vom neuen Regime in Asunción. Der chilenische Außenminister Alfredo Moreno erklärte, das Verfahren gegen den bisherigen Präsidenten habe "ganz offensichtlich nicht den Mindeststandards entsprochen, die die Verteidigung einer Person benötigt." Das Amtsenthebungsverfahren gegen Lugo war in weniger als 30 Stunden durch beide Kammern des Kongresses gepeitscht worden.
Am Samstag kamen im Sitz des Gewerkschaftsbundes CNT in Asunción Vertreter der Lugo unterstützenden sozialen Bewegungen und Parteien zusammen, um über ihre nächsten Aktionen zu beraten. Am Vorabend hatten Tausende gegen den Staatsstreich demonstriert. Dabei war die Polizei teilweise mit Tränengas gegen die Menschen vorgegangen. Wie die Korrespondentin des lateinamerikanischen Fernsehsenders TeleSur in Paraguay, Amanda Huerta, berichtete, waren sich die Teilnehmer einig, dass der Sturz Lugos als Putsch zu werten sei. Gegen die offen rechte Regierung werde es ab Montag eine Reihe von Aktionen und Kampagnen geben.
Die Lage in der paraguayischen Hauptstadt beschrieb die Journalistin am Samstag als ruhig, was sie auf eine Umorientierung der Widerstandsbewegung zurückführte, die sich erst einmal zu Beratungen zurückzog.
Unklar ist der momentane Aufenthaltsort Lugos. Der gestürzte Präsident hatte sich nach seiner Absetzung in sein Privathaus in Lambaré, einem Vorort von Asunción, begeben, wo ihn seine Nachbarn mit Applaus empfingen.
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