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Bankenkrise in Venezuela: Minister zurückgetreten
Venezuela
Montag, den 07. Dezember 2009 um 18:40 Uhr

Jesse ChacónNach dem Durchgreifen der Regierung Venezuelas gegen kriminelle Machenschaften in Privatbanken des Landes ist der Minister für Wissenschaft und Technologie, Jesse Chacón, von seinem Posten zurückgetreten. Zuvor war sein Bruder Arne Chacón verhaftet worden, der die Geschäfte der Banco Real geleitet hatte. Wie die Staatsanwaltschaft in Caracas informierte, wurden auch gegen zahlreiche weitere Banker Haftbefehle ausgestellt. In den vergangenen Tagen hatten die venezolanischen Behörden bislang sechs Privatbanken unter ihre Kontrolle gestellt.
Während zwei der besetzten Banken saniert werden sollen, kündigte Venezuelas Präsident Hugo Chávez am Sonntag an, aus vier der Banken eine eine neue staatliche Bank aufzubauen. Die neue Bank soll mit Blick auf den im kommenden Jahr begangenen 200. Jahrestag der Unabhängigkeit Venezuelas Banco Bicentenario heissen. Die neue Staatsbank wird dann knapp zehn Prozent der Spareinlagen in Venezuela halten. Im Mai hatte die Regierung bereits die Banco de Venezuela verstaatlicht, die bis dahin der spanischen Santander-Gruppe gehört hatte.

Chávez bedauerte am Montag, dass der Bruder eines Ministers von den Verhaftungen betroffen ist. Dies sei jedoch ein Zeichen dafür, dass in Venezuela niemand von Ermittlungen der Justiz ausgenommen ist.

»Ich schätze und respektiere Jesse Chacón sehr, er versteht das«, sagte Chávez, nachdem der Minister sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Vizepräsident Carrizalez nahm den Rücktritt an, was Chávez unterstützte: »Minister Chacón, den ich sehr respektiere und gegen den ich keine Beschwerden habe, hat eine richtige Entscheidung getroffen.«

Jesse Chacón betonte unterdessen, er stehe in keiner Verbindung zu den geschlossenen Banken. Sein Rücktritt sei erfolgt, um die Regierung vor Mißverständnissen zu bewahren.


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