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Venezuela aktuell

International gesuchter Terrorist an Kuba ausgeliefert
Venezuela
Mittwoch, den 07. Juli 2010 um 21:40 Uhr

Chávez Abarca, streng bewacht bei der AbschiebungVenezuela hat heute den am vergangenen Freitag auf dem internationalen Flughafen Maiquetía verhafteten Terroristen Francisco Chávez Abarca an Kuba ausgeliefert. Wie die staatliche Venezolanische Nachrichtenagentur (AVN) meldet, wurde der Terrorist von Maiquetía aus auf den Weg zu der Insel geschickt. Anwesend waren dabei Innen- und Justizminister Tareck El Aissami und Außenminister Nicolás Maduro. Chávez Abarca war vom venezolanischen Geheimdienst SEBIN entdeckt worden, als er versuchte, mit einem gefälschten guatemaltekischen Pass nach Venezuela einzureisen. Zunächst behauptete er, sich als »Tourist« in Venezuela aufzuhalten, gestand dann aber, dass er eine Reihe von Attentaten auf Abgeordnete der venezolanischen Nationalversammlung geplant zu haben.

Der aus El Salvador stammende Francisco Chávez Abarca gilt als die rechte Hand von Luis Posada Carriles, dessen Auslieferung wegen des Bombenanschlags auf ein kubanisches Verkehrsflugzeug am 6. Oktober 1976 Venezuela und Kuba bei den US-Behörden beantragt haben. Chávez ­Abarca selbst wird mit einer Reihe von Sprengstoffanschlägen auf Hotels in Kuba in Verbindung gebracht, bei denen 1997 ein italienischer Tourist getötet wurde. Teilweise soll er die Sprengsätze selbst gelegt haben, für andere beauftragte er den später verhafteten und verurteilten Söldner Ernesto Cruz León. Im gleichen Jahr soll er außerdem einen Bombenanschlag auf das Büro der kubanischen Reiseagentur Cubanacán in Mexiko-Stadt verübt haben. Auch als Posada Carriles 2000 in Panama versuchte, einen Anschlag auf den damaligen kubanischen Präsidenten Fidel Castro zu verüben, war er mit von der Partie. Zwischen 2005 und 2007 saß er außerdem als Anführer einer Bande von Autodieben in El Salvador hinter Gittern. Die Behörden erklärten damals, die von ihm geführte Gruppe sei »eine der wichtigsten Strukturen des organisierten Verbrechens« gewesen. Die Terrorismusvorwürfe gegen Chávez Abarca wurden damals jedoch nicht untersucht. Das wird sich nun ändern. In Venezuela wird damit gerechnet, daß die Behörden einem kubanischen Auslieferungsersuchen stattgeben werden, damit ihm auf der Insel der Prozeß gemacht werden kann.

Die Verhaftung von Chávez Abarca war am Freitag (Ortszeit) vom venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez bekanntgegeben worden. »Was wollte er in Venezuela? Wer hat ihn hier erwartet? Dieser Herr ist gekommen, um mich umzubringen, daß sagt mir mein Herz«, erklärte der Staatschef. Hintergrund sei die bevorstehende Niederlage der Opposition bei den Parlamentswahlen. »Sie glauben nicht an die Wahlen, weil sie wissen, daß wir sie am 26. September wieder besiegen werden. Deshalb rufen sie zu Gewalt und zum Umsturz auf«, warnte Chávez.

 
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