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Historisches Gipfeltreffen in Caracas
Venezuela
Samstag, den 03. Dezember 2011 um 13:34 Uhr

Offizielles Foto des CELAC-GipfelsAm zweiten Tag des historischen Gipfeltreffens in Caracas wird heute offiziell die Gemeinschaft der lateinamerikanischen und karibischen Staaten (CELAC) gegründet, die erste Regionalorganisation des Kontinents, die zwar alle Länder Lateinamerikas und der Karibik umfasst, jedoch die USA und Kanada nicht einbezieht und auch den früheren europäischen Kolonialmächten keinen Platz einräumt. Auf der Tagesordnung steht heute vor allem die Verabschiedung des Abschlussdokuments, das unter dem Namen »Erklärung von Caracas« in den vergangenen Tagen von den Delegationen der teilnehmenden Länder ausgearbeitet wurde. Parallel kommen die Union Südamerikanischer Nationen (UNASUR) und das solidarische Energiebündnis Petrocaribe zu Gipfeltreffen zusammen.



Das Gipfeltreffen war am Freitag im Teresa-Carreño-Theater im Zentrum der venezolanischen Hauptstadt eröffnet worden. 33 Staats- und Regierungschefs waren zu diesem Termin nach Caracas gekommen. Ursprünglich hatte das Treffen bereits am 5. Juli stattfinden sollen, als Venezuela den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit feierte. Das verhinderte damals jedoch die Krebserkrankung von Präsident Hugo Chávez. Mittlerweile hat sich dieser wieder soweit erholt, dass er den Vorsitz der neuen Staatengemeinschaft übernehmen konnte. »Wir legen hier den Grundstein der Einheit und werden ohne zu Zögern weitergehen«, sagte Chávez bei der Eröffnung des Treffens. Es entstehe ein geopolitischer Raum, der den alten Traum Simón Bolívars wahr werden lasse, so Chávez. Die Säulen der CELAC seien Solidarität, Zusammenarbeit, gegenseitiger Nutzen und politische Übereinstimmung.

Vorläufer der nun stattfindenden Gründung waren das III. lateinamerikanische und karibische Gipfeltreffen Anfang 2010 im mexikanischen Cancún, bei dem die Gründung der Organisation beschlossen wurde, sowie die Arbeit der Rio-Gruppe, einem bislang relativ lockeren Zusammenschluss, der sich um die Lösung von Konflikten wie der Kriegsgefahr zwischen Ecuador, Kolumbien und Venezuela nach dem Mord an FARC-Comandante Raúl Reyes verdient gemacht hat.

In Konkurrenz steht die CELAC hingegen zur Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), die Chávez als »alt und verbraucht« bezeichnete. Der von Washington dominierten OAS wird von zahlreichen Regierungen der Region vorgeworfen, nicht mehr als ein Instrument der Interessen der USA zu sein. »Es wird ihnen nicht noch einmal gelingen, die Bemühungen um die Einheit zu verhindern, sie werden nicht wieder die Projekte Bolívars und der anderen Vorfahren beerdigen können«, zeigte sich Chávez überzeugt.



 

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