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Sieben Kandidaten für Venezuelas Präsidentenamt
Venezuela
Dienstag, den 12. Juni 2012 um 21:07 Uhr

Will Chávez links überholen: Orlando ChirinoAmtsinhaber Hugo Chávez gilt als haushoher Favorit für die Präsidentschaftswahl am 7. Oktober in Venezuela. Sein wichtigster Herausforderer ist Henrique Capriles Radonski. Doch neben diesen beiden Kandidaten haben fünf weitere Personen ihre Kandidatur angemeldet. Offiziell zugelassen wurde bereits María Bolívar, während vier weitere Politiker - Yoel Acosta Chirinos, Orlando Chirinos, Luis Reyes und Rafael Uzcátegui - noch Unterlagen nachreichen müssen.



Einzige Frau im Feld ist María Bolivar, die für eine kleine Regionalpartei aus dem Bundesstaat Zulia antritt, wie Socorro Hernández von Nationalen Wahlrat (CNE) mitteilte. Auch die venezolanischen Journalisten mussten daraufhin einräumen, dass ihnen die Kandidatin und ihre Partido Democrático Unido Por la Paz y La Libertad (Vereinte Demokratische PArtei für Frieden und Freiheit, PDUPL) völlig unbekannt ist.

Skurril ist die Kandidatur von Yoel Acosta Chirinos, der für die kleine »Vanguardia Bicentenaria Republicana« (Republikanische 200-jährige Avantgarde, VBR) antritt. Auf der Homepage seiner Gruppe prangt jedoch noch das Bild des Präsidenten und wird zu dessen Wahl aufgerufen: »Mit Chávez zur Volksmacht!« Die Entscheidung zum eigenständigen Antreten fiel offenbar im allerletzten Augenblick am Montag, dem letzten Tag der Einschreibungsfrist. Gegenüber dem kommerziellen Rundfunksender Unión Radio kritisierte der Kandidat, das zur Unterstützung von Chávez gebildete Bündnis Grosser Patriotischer Pol (GPP) habe seiner Partei »eine Ohrfeige verpasst«. Das Bündnis habe ohne Begründung die Nominierung von Chávez durch seine Partei verweigert, weshalb er nun selber antrete: »Wir können nicht weiter Demütigungen durch eine rechte Gruppe hinnehmen, die sich innerhalb der Regierung versteckt und einen neuen Pakt von Punto Fijo vorbereitet, weil viele glauben, dass Chávez verloren hat.« Dass er nun selbst zur Schwächung des sozialistischen Präsidenten beitragen könnte, erwähnt er nicht.

Ganz links blinkt auch Orlando Chirino, der für die trotzkistische »Partido Socialismo y Libertad« (Partei Sozialismus und Freiheit, PSL) antritt. Chirino wurde weiteren Kreisen als einer der Mitbegründer des linken Gewerkschaftsbundes Unión Nacional de Trabajadores (Unete) und Chef einer der in dieser Organisation wirkenden politischen Strömungen. Seine »Klassenbewusste, einheitliche, revolutionäre und autonome Strömung« (C-cura) spaltete sich später von der Unete ab und warf dieser vor, dem Staat zu Diensten zu sein.

Als evangelische Konfessionspartei versteht sich die »Organización Renovadora Auténtica« (Authentische Erneuernde Organisation, ORA), für die Luis Reyes ins Rennen gehen will. Im Mai hatte diese als mitte-rechts orientiert beschriebene Partei sich noch dem Patriotischen Pol angeschlossen und ihre Unterstützung für Chávez angekündigt, nachdem sie bei der Wahl 2006 für den Oppositionsvertreter Manuel Rosales geworben hatte. Was nun zu ihrem eigenständigen Antreten geführt hat, ist unklar.

Ebenfalls angemeldet hat seine Kandidatur der provisorische Generalsekretär der Partei »Patria para todos« (Heimatland für alle, PPT), Rafael Uzcátegui. Nach einer Spaltung der früher mit Chávez verbündeten, dann aber zur Rechten übergelaufenen Partei hatte der Oberste Gerichtshof Venezuelas der Strömung um Uzcátegui den Namen und die Symbole der Partei zugesprochen. Dieser meldete daraufhin seine Kandidatur an, um die Möglichkeit des Antretens offenzuhalten, wie er venezolanischen Medienvertretern sagte. Der rechte Flügel der PPT unterstützt Capriles Radonski.

Homepages der Kandidaten und ihrer Bündnisse bzw. Parteien:

 

 

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