| Journalisten und Politiker entschuldigen sich bei chinesischem Botschafter | | Drucken | |
| China |
| Freitag, den 16. Mai 2008 um 13:20 Uhr |
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Zahlreiche bekannte und weniger bekannte deutsche Journalisten, Politiker, Diplomaten und andere Persönlichkeiten haben sich in einem Schreiben an den chinesischen Botschafter in Deutschland, Ma Canrong, für die offiziellen Erklärungen der Bundesregierung und von Parlamentsabgeordneten zur Tibet-Problematik entschuldigt. In dem Schreiben heisst es: "Den Bürgern der Volksrepublik China möchten wir, die unterzeichnenden deutschen Staatsbürger, unser großes Bedauern ausdrücken über die Tibet betreffenden, nicht dem Frieden dienenden Aktivitäten und Äußerungen der deutschen Bundeskanzlerin A. Merkel. (...) Weiterhin betrachten wir die zu diesem Kontext passenden Stellungnahmen einzelner deutscher Körperschaften als beschämend und meinen damit ganz besonders die verfälschende, heuchelnde und verhetzende Berichterstattung vieler deutscher Massenmedien. Die Bürger der Volksrepublik China um Entschuldigung zu bitten halten wir für unumgänglich, seit feststeht, dass Deutschland innerhalb kaum eines Jahres schon wieder zur Bühne für propagandistische, chinafeindliche Auftritte des Dalai Lama gemacht wird."
Weiter äußern die Unterzeichner ihr großes Bedauern, "weil wir die düstere, von grausamer Unterdrückung des einfachen Volkes geprägte Geschichte der tibetischen Theokratie nicht ignorieren können und weil wir der Ansicht sind, dass der von der Volksrepublik China im zurückliegenden Vierteljahrhundert geleistete, notwendige soziale Aufbau im Gebiet der tibetischen Ethnien weit mehr zu würdigen wäre, als dies bisher bei uns in Deutschland geschieht. Wir übersehen dabei keineswegs Verstöße früherer Regierungen in Beijing gegen die in der International Bill of Human Rights verbrieften Rechte der Bevölkerung in der Provinz Tibet. Wir sind allerdings der Meinung, dass die jüngsten Gewaltausbrüche in Lhasa und anderen tibetischen Zentren von den USA und ihren Verbündeten initiiert, geschürt und ganz bewusst kurz vor den Olympischen Spielen in Beijing als aussichtsreicher politischer Pressionsversuch inszeniert worden sind. (...) Die demonstrative Instrumentalisierung des Konfliktes und seines Exponenten Tenzin Gyatso (Dalai Lama) liegen in erster Linie im Interesse politischer Gegner und wirtschaftlicher Konkurrenten der Volksrepublik China. Sie liegen nicht im Interesse der Bevölkerung Tibets und nicht im Interesse eines friedlichen Zusammenlebens der Menschen und aller Völker." Zahlreiche Bürger in Deutschland seien zu einer "emotionalen, polarisierten Betrachtung des chinesisch-tibetischen Verhältnisses" verleitet worden: "Viele Deutsche kultivieren unreflektiert das romantische Tibet-Bild einer farbigen, harmonischen Mönchs-Republik unter der Leitung eines gütigen, hochweisen Dalai Lama – und werden von den Massenmedien absichtlich in dieser Scheinwelt gefangen gehalten. Dieser Tibet-Schimäre wird von Politik und Konzernmedien das Zerrbild einer aggressiven und kulturfeindlichen Volksrepublik China gegenübergestellt, wie es weitgehend der US-amerikanischen Propaganda entspricht." Zu den Unterzeichnern des Schreibens gehören die Autoren Volker Bräutigam und Wolf Gauer, der Chefredakteur der Zeitschrift "Ossietzky", Eckart Spoo, die SchriftstellerInnen Dr. Wolfgang Bittner und Renate Schoof, die Rechtsanwälte Armin Fiand und Hans Bauer, der Bundesvorsitzende des Deutschen Freidenker-Verbandes, Klaus Hartmann, der Bundeswehr-Oberstleutnant Jürgen Rose, der letzte Botschafter der DDR in China, Rolf Berthold, die Journalisten Knut Mellenthin, Klaus von Raussendorff, Ulrich Sander und andere. Verwandte Artikel: |





