Freitag, 29. Mai 2015

Jugenddemonstration in Caracas. Foto: AVNMit einem grossen Demonstrationszug haben junge Venezolanerinnen und Venezolaner heute an die versuchte Erstürmung der kubanischen Botschaft in Caracas durch die Putschisten vor zehn Jahren erinnert. Am 12. April 2002, während der kurzen Herrschaft des Carmona-Regimes, hatte sich vor der diplomatischen Vertretung ein rechtsextremer Mob zusammengerottet, der Fahrzeuge der Botschaft demolierte, die Strom- und Trinkwasserversorgung kappte und das Gebäude belagerte. An der Spitze der Meute stand der damalige Bürgermeister des Bezirks Baruta und heutige Präsidentschaftskandidat der Opposition, Henrique Capriles Radonski.

Zu dem Demonstrationszug von der Expermientellen Universität der Streitkräfte (UNEFA) nach Bello Monte im Zentrum von Caracas hatte das venezolanische Jugendministerium aufgerufen. Mariana Martínez, eine Teilnehmerin des Marsches, sagte der staalichen Nachrichtenagentur AVN: »Ich bin hier, weil ich das kubanische Volk unterstützen und verteidigen will. Dieses Volk ist, auch wenn das die Opposition nicht anerkennen will, mit der Mission Barrio Adentro in unsere Armenviertel gegangen, um die Bevölkerung zu versorgen, die wegen mangelnder Geldmittel von allen Sozialplänen der Vierten Republik (1958-1998) ausgeschlossen gewesen ist.«

»Liebe bezahlt man mit Liebe. Wir werden nicht zulassen, dass sich der Egoismus der Bourgeoisie wieder durchsetzt und unsere Rechte und die Rechte aller anderen verletzt werden, wie es vor zehn Jahren mit der kubanischen Botschaft geschah«, fügte sie hinzu.

Der stellvertretende Jugendminister Rander Peña rief dazu auf, »niemals zu vergessen, wozu die Faschisten fähig sind«.

Kubas Botschafter Rogelio Polanco empfing die Jugendlichen. Kinder betraten mit Blumen in der Hand das Botschaftsgebäude als Demonstration der herzlichen Verbundenheit zwischen Venezuela und Kuba und als deutlichen Kontrast zu dem Verbrechen vor zehn Jahren.

An der Demonstration beteiligten sich auch der damalige kubanische Botschafter in Caracas, Germán Sánchez, Venezuelas Außenminister Nicolás Maduro, Jugendministerin Maripili Hernández und Gesundheitsministerin Eugenia Sader sowie der Abgeordnete Aristóbulo Istúriz. Maduro erklärte, »an einem Tag wie diesem, einem 12. April, sah man das wahre Gesicht der faschistischen Rechten, die wir in Venezuela haben«.


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