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| Korea-Nord |
| Dienstag, den 09. Dezember 2008 um 12:39 Uhr |
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Wir dokumentieren einen Reisebericht aus dem »Newsletter« der »Korean Friendship Association Germany (KFA)« Ich bevorzuge ja die Bezeichnung DVRK, früher KDVR, liess mich aber belehren, dass Nordkorea nicht nur eine Bezeichnung der bürgerlichen Propaganda wie Ostdeutschland ist, sondern auch offiziell seitens der DVRK verwendet wird. Woher ich das weiss? Ich war dort. Im Unterschied zu vielen Leuten in der BRD und in anderen imperialistischen Staaten, die zwar alle über Nordkorea labern, aber nur aufgrund der Desinformationen Anderer, die auch nicht da waren. Die wiederum stützen sich auf Desinformationen derer, die zwar da waren und sind, aber wenig zu sehen kriegen oder schlichtweg lügen. Nicht gerade bezüglich der Staatsbezeichnung. Aber faustdick bezüglich der Zustände und Verhältnisse im Land. Als Kommunist fuhr ich natürlich mit hohen Erwartungen in einen der wenigen Staaten, welche den vorübergehenden Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems überstanden. Meine Erwartungen wurden weit übertroffen. Die DVRK ist ein hochmoderner Industriestaat, dessen Industrie und Landwirtschaft durch den Zusammenbruch des sozialistischen Weltsystems und Embargos noch einige Probleme hat, wie die Versorgung mit Energie und Erdöl. Was allerdings nicht mehr lange so bleiben wird, da der Aufbau von Atomkraftwerken, die Erschließung eigener Ölvorkommen vor allem mit Hilfe chinesischer Fachleute und Einführung von Verfahren zur Kohleverflüssigung (die wir ja auch in der DDR nutzten) diese Engpässe in absehbarer Zeit beseitigen werden. Wie kommt man dorthin? Nun, ganz einfach: Mit'm Flugzeug oder Zug. Aber ernsthaft: Das ist viel unkomplizierter, als ich erwartet hatte, selbst wenn man aus einem der imperialistischen Hauptstaaten kommt wie ich. Entweder über ein normales Reisebüro oder, wie wir, im Rahmen einer Delegationsreise der KFA (Korean Friendship Association). Unsere Reise begann in Beijing (Peking), die Reise dorthin einschließlich Formalitäten wie Beantragung der Visa mussten wir selbst organisieren, was auch kein Problem ist, wofür man aber 2 Wochen einplanen sollte. Die Visa für die DVRK bekamen wir dann in Beijing, wobei hier eine Abweichung vom ursprünglichen Plan eintrat. Aufgrund der Ernte in der DVRK, an der dort ganz selbstverständlich auch Mitarbeiter der Ministerien teilnehmen, lag unsere Bestätigung am Tag vor der Reise noch nicht vor, aber rechtzeitig am Tag des Abflugs. Tja, und dann waren wir also da. Entsprechend dem Charakter unserer Reise hatten wir ein umfangreiches Programm. Kindergarten, Schule, Kultur- und Bildungsstätten, Krankenhaus, Museen, Industrie- und Handwerksbetriebe, Messen, Kulturveranstaltungen, historische Stätten (aus der jüngeren und älteren Geschichte), offizielle Treffen, gigantische neue Bauwerke ... Da ich mit irgendwas anfangen muss, vielleicht mal mit Letzteren: Natürlich verglich ich die DVRK insbesondere mit der DDR, da die ja der mir am besten bekannte sozialistische Staat ist. Ich stellte fest, dass vieles sehr ähnlich ist, aber in der DVRK alles viel größer und gründlicher gemacht wird. Das beginnt schon mit den Denkmälern, welche dem Ankömmling zuerst ins Auge fallen. Triumphbogen, Revolutionsdenkmal, Juche-Turm, Koreakriegsdenkmal, Messegelände ... Bürgerliche Hetzer bezeichneten so etwas wohl als Gigantomanie. Aber diese Bauwerke sind einfach Ausdruck des Schöpfertums, der Kraft und des Stolzes des koreanischen Volkes, welches so seine Siege und Leistungen ausdrückt wie auch die Dankbarkeit gegenüber denen, welche dies möglich machten. Zudem haben diese Bauten eine wichtige ideologische Funktion. Wir haben doch in der DDR und den meisten anderen sozialistischen Staaten gesehen, was geschieht, wenn die Geschichte in Vergessenheit gerät und die großartigen Leistungen als selbstverständlich hingenommen werden. Jetzt leben wir als enteignete und entrechtete Bundesinsassen wieder unter dem Joch des Kapitals und bezahlen für seine Aggressionskriege. Zumindest ebenso wichtig sind aber natürlich kulturelle und wirtschaftliche Bauten. So besuchten wir das Studierhaus im Zentrum Pyongjangs, ein Gebäude mit 600 Lese-, Vortrags- und Veranstaltungsräumen mit 6000 Plätzen und täglich 10000 Besuchern, denen neben 260 km Büchern (30 Millionen Bände) auch audiovisuelle und Computertechnik sowie Sprachkabinette usw. zur Verfügung stehen. Unentgeltlich für alle, versteht sich (dort zumindest). Tja, oder nehmen wir das, wie mir gesagt wurde, größte Stadion der Welt mit 150.000 Sitzplätzen, in welchem wir das Arirang besuchten, eine tänzerisch-artistische Massenveranstaltung mit über 10.000 Akteuren, eine Darstellung der koreanischen Geschichte. Aber dieses Stadion ist nur ein kleiner Teil der Sportstätten, die sich aber Kilometer an einer Strasse entlangziehen, riesige Gebäude für eine oder wenige Sportarten wie Boxen, Schwimmen, Handball usw… Ein besonders markantes Gebäude in Pjöngjang ist gerade im Entstehen. Zwar sind schon die existierenden Hotels wie das Hotel Koryo beeindruckend, werden aber von einem Neubau weit in den Schatten gestellt. Der Bau des 330 Meter hohen Ryugyong-Hotels wurde 1987 begonnen, aber aufgrund der wirtschaftlichen Probleme im Rahmen des Zusammenbruchs des sozialistischen Weltsystems 1992 unterbrochen. Anders als die Investruinen, welche man in westlichen Staaten verfallen sehen kann, wurde seine Substanz aber erhalten und der Bau wird nun mit Hilfe ausländischer Investoren fortgesetzt. Das beeindruckendste Bauwerk war für mich aber der Nampo-Damm (West Sea Barrage) in der Mündung des Tae-Dong-Flusses. Die Gezeiten des gelben Meeres trieben bis zu seiner Errichtung Meerwasser weit landeinwärts und machten dort den Fluss für Industrie und Landwirtschaft weitgehend unbrauchbar. 1981-1986 wurde für umgerechnet 4 Milliarden US-Dollar ein 8km langer Damm in die Mündung gebaut, an der Basis 200 m und der Krone 15 m breit und 45m hoch. Das Beeindruckendste ist aber die Schiffsschleusen-und Wehranlage mit drei Schleusen für Schiffe mit bis zu 70.000 Tonnen und einem täglichen Durchlass von etwa 80 Schiffen. Schon die Art der Errichtung ist spektakulär, denn diese Anlage wurde auf's Trockene gebaut. Da eine Flussmündung aber nunmal nicht trocken ist, wurde das Gebiet zwischen Ufer und einer Insel in der Flussmündung mit 35m hohen Stahlwänden abgeriegelt und leergepumpt konnten die Arbeiter trockenen Fußes erst mal den Grund bis auf den Felsen abtragen und dann solide hinbauen, was immer sie wollten. Das soll erst mal ein erster Eindruck gewesen sein. Aber ich möchte selbstverständlich nicht schließen, ohne zwei fette Enten abzuschießen, die nicht nur, aber besonders in letzter Zeit durch die bürgerlichen Medien flattern. Erstens die Hungerente. Die Läden sind voll, obwohl die seit Jahren beste Ernte zum Zeitpunkt meiner Reise noch nicht mal eingebracht war. Schlangen konnte ich nur an Fressbuden beobachten, und die kriegen wir ja bald auch wieder auf den Weihnachtsmärkten zu sehen. Zweitens die Propagandalügen über General Kim Jong Il. Während sich hierzustaate, unisono mit südkoreanischen und japanischen, Medien in wüsten Spekulationen ergingen, obwohl die DVRK denen weniger Einblick gewährt als ein Schwarzes Loch, war Kim Jong Il im nordkoreanischen Fernsehen bei Truppenbesuchen zu sehen. Quelle: Korean Friendship Association Germany / RedGlobe Verwandte Artikel: |





Kommentare
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„Flucht aus Nordkorea – Von der Welt vergessen
Moon Kyeong Geun war privilegiert, Ji Seong Ho wäre beinahe verhungert. Beide flohen unter Lebensgefahr aus Nordkorea, um zu leben.
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Dieser Bericht hat mir nun endgültig klar gemacht wie toll der Sozialismus in der DVR Korea funktioniert....
wie in der DDR, nur noch besser und viel gründlicher, alles ne' Nummer größer und viel bombastischer! Besonders die wundervollen Denkmäler haben es in sich.
Und China baut auch noch Atomkraftwerke, ist das nicht schön...
Ich will auch in einem so wundervollen Land leben und mich auch mal in eine Schlange vor'ne Fressbude stellen.
Alle Macht geht vom Volke aus!
Ein Demokrat