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SDAJ ruft zu Antifa-Aktion am Vortag der Luxemburg-Liebknecht-Demo auf | Drucken |  E-Mail
Antifa
Freitag, den 04. Januar 2008 um 03:17 Uhr
Angesichts der Nazi-Provokation in Berlin-Lichtenberg im Vorfeld des Gedenkens an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am Sonntag, 13. Januar 2008, ruft die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ) am Vortag der traditionsreichen Großdemonstration, also am 12. Januar um 14.30 Uhr, zu einer antifaschistischen Protestkundgebung am U- und S-Bahnhof Lichtenberg auf. In dem von der Bundesgeschäftsführung der SDAJ herausgegebenen Aufruf zu der Aktion heisst es:
"Seit Jahren versuchen Neonazis wie die NPD und sog. 'Freie Kameradschaften', sich in Lichtenberg und speziell im Weitlingkiez festzusetzen. Ein Dorn im Auge der Neonazis ist dabei neben den erfolgreichen antifaschitischen Protesten das alljährlich stattfindene Gedenken an die beiden Revolutionäre und Mitgründer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Rosa Luxemenburg und Karl Liebknecht auf dem Friedhof der Sozialisten. Um dieses Gedenken zu verunglimpfen, hat die NPD in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Lichtenberg beantragt, den Anton-Saefkow-Platz in Waldemar-Pabst-Platz umzubenennen. Mit diesem abgelehnten Antrag sollte ein Platz ausgerechnet nach dem reaktionären Freikorpsoldaten und Mörder Luxemburgs und Liebknechts benannt werden. Zugleich sollte ein Straßenname in Lichtenberg gestrichen werden, der an einen bedeutenden antifaschistischen Widerstandskämpfer erinnert: Anton Saefkow."
Weiter schreibt der Jugendverband: "Mit dieser erneuten Provokation, die sich einreiht in Übergriffe gegen Migrannten und Antifaschisten im Lichtenberg, machen die Neonazis nicht nur deutlich, dass Mord und Terror feste Bestandteile ihrer Politik sind. Sie unterstreichen mit der Ehrung Pabsts gleichzeitig, dass sie auch in Zukunft bereit sind, uns in neue Kriege zu treiben und gegen jeden mit allen Mitteln vorzugehen, der sich gegen deutsche Kriegspolitik stellt.
Nicht zuletzt entlarven die Neonazis mit dieser angestrebten Straßenumbenennung ihre Propaganda, im 'Interesse des deutschen Volkes' zu handeln, als Lügen. Denn während es Menschen wie Luxemburg, Liebknecht und Saefkow zu verdanken ist, die Kriegsabenteuer deutscher Militärs und Rüstungskonzerne durchkreuzt zu haben, tragen Freikorpsoldaten wie Pabst die Verantwortung dafür, dass hundertausende Menschen - auch Deutsche - für die Profitinteressen deutscher Kapitalverbände auf den Schlachtfeldern verreckten. Pabst steht dabei fast wie kein anderer für eine unheilvolle Tradition in Deutschland: Als Mörder Karl und Rosas, als Spion im Auftrag Nazi-Deutschlands, als Waffenschieber für deutsche Rüstungsschmieden und Mitglied der NPD."

Unter der Überschrift "Die Toten mahnen uns" verteidigt die SDAJ dann das Gedenken an die Opfer der Nazi-Diktatur: "Gerade in Lichtenberg, wo Neonazis versuchen, mit ihrer menschenverachtenden Politik Fuß zu fassen, braucht es einen Anton-Saefkow-Platz. Anton Saefkow steht wie andere Kommunisten dafür, dass Widerstand gegen die Nazis möglich war. Mit seiner Agitation gegen den Krieg und den Aufrufen zu Sabotageakten 1944 in Berliner Rüstungsbetrieben, leisteten er und seine Kampfgefährten einen Beitrag dazu, den Vernichtungskrieg der faschistischen Wehrmacht zu stoppen und den Frieden für ganz Europa zu erkämpfen. Für seinen Kampf wurde Anton Saefkow im Juli 1994 von den Nazis ermordet. Sein Tod, der Tod Luxemburgs und Liebknechts mahnen uns: Nie wieder Krieg - nie wieder Faschismus! Nazistrukturen bekämpfen, verbieten, zerschlagen - NPD-Verbot jetzt!"

Der Jugendverband ruft deshalb auch dazu auf, zahlreich an der Luxemburg-Liebknecht-Demonstration teilzunehmen, die am Sonntag, 13. Januar, um 10.00 Uhr am U-Bahnhof Frankfurter Tor beginnt.

Quelle: SDAJ / RedGlobe
 
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