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Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

Zeitung vum Letzeburger Vollek

Augsburg und Landshut setzten Zeichen gegen Rechts | Drucken |  E-Mail
Antifa
Samstag, den 25. Februar 2012 um 19:45 Uhr

Jugenddemonstration gegen RechtsMehrere tausend Menschen haben heute in Augsburg gegen Naziterror und Rassismus demonstriert. Zu dem Aktionstag für Toleranz hatte ein breites Bündnis aufgerufen, das von Oberbürgermeister Kurt Gribl (CSU) über Gewerkschaften und Parteien sowie die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BDA) bis zur Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) erreichte. Im Mittelpunkt des Tages standen zwei Demonstrationszüge: eine federführend von der SDAJ organisierte Jugendaktion unter dem Motto "The Kids Hate Fascism", sowie einer von der VVN-BdA und dem DGB veranstalteten "Strasse der Erinnerung" zu den Orten des Naziterrors in Augsburg.



Zu der Jugenddemonstration versammelten sich am Morgen mehrere Hundert Jugendliche am Bahnhof Oberhausen. Redner der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) und der Partei Die Linke erinnerten hier an die Zusammenhänge zwischen Faschismus und Kapitalismus in der Jugenddemonstration gegen RechtsVergangenheit und Gegenwart. Den teilnehmenden Jugendlichen, unter ihnen auch Mitglieder autonomer Antifagruppen, war es wichtig, dem Aktionstag einen grundsätzlichen und kämpferischen Akzent hinzuzufügen. Auch der Linke-Bundestagsabgeordnete Alexander Süßmair ergriff hier das Wort und zeigte sich skeptisch, dass die von den Behörden und Parlamenten betriebene Aufklärung der Taten der Naziterrorbande NSU zu einem Erfolg führen werde.

Ebenfalls rund 250 Menschen beteiligten sich an der Demonstration der VVN-BdA und des DGB. Dieser stoppte an verschiedenen Orten, die symbolisch für die Verbrechen der Hitlerfaschisten auch in Augsburg stehen, etwa am früheren Augsburger Gestapo-Hauptquartier am Prinzregentenplatz. Hier vereinigten sich die beiden parallelen Demonstrationen, die von der Trommelgruppe Sambattac lautstark begrüsst wurden. Gemeinsam zog der nun einheitliche Demonstrationszug weiter zum Stadttheater. Dieses war mit einem Transparent geschmückt, das auf die internationale Zusammensetzung der Belegschaft hinweis. Eine Sprecherin des Theaters wandte sich bei einer Zwischenkundgebung an die Demonstranten und erklärte diesen die Solidarität all ihrer Kollegen.

Tag der Toleranz auf dem Augsburger RathausplatzWeiter zog die Demonstration zum Rathausplatz, wo die Stadt und Initiativen eine Bühne und Informationsstände aufgebaut hatten. OB Gribl wandte sich hier an die Menschen und dankte ausdrücklich allen beteiligten Initiativen und Organisationen für ihre Beteiligung. Harald Munding von der VVN-BdA seinerseits forderte die Stadt zu einem offensiveren Umgang mit ihren antifaschistischen Aktivitäten auf. So fehle auf der offiziellen Augsburger Homepage jeder Hinweis auf Gedenktafeln etwa für die Ehrenbürgerin und antifaschistische Widerstandskämpferin Anna Pröll.

An dieser Tafel hatte zuvor ein Redner der SDAJ bereits daran erinnert, dass zwar konservative und revanchistische Aktivitäten oftmals staatlich finanziert werden, antifaschistisches Gedenken jedoch immer wieder behindert werde. Ausdrücklich sprach er die Zerstörung der Ernst-Thälmann-Gedenkstätte in Ziegenhals bei Berlin an. Aber auch in Augsburg gäbe es zum Beispiel keine öffentliche Förderung für das Hans-Beimler-Kulturzentrum, das in unmittelbarer Nähe von dessen früherer Augsburger Wohnung seine Arbeit leistet.

In Landshut stellten sich unterdessen mehrere Hundert Menschen einer Zusammenrottung von wenigen Dutzend Neonazis entgegen. Der Runde Tisch gegen Rechts Landshut kommentiert auf Facebook: "Mehrere hundert engagierte Landshuter_innen und auswärtige Unterstützer_innen haben den Nazis heute deutlich gezeigt, dass für sie kein Platz in Landshut ist. Durch mehrere friedliche Sitzblockaden konnte der Naziaufmarsch verkürzt werden und musste eine Alternativroute zurück zum Bahnhof nehmen. Wir danken allen, die heute mit uns gemeinsam diesen Erfolg ermöglicht haben, insbesondere auch den unsichtbaren Menschen in den verschiedenen Infostrukturen!"

 


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