RedGlobe RSS-Feed

Translate RedGlobe

BesucherInnen:

Heute:3750
Gestern:7240
Seit 1. Juni 2005:16281671

junge Welt

redblog

UZ - Unsere Zeit

Zeitung vum Letzeburger Vollek

Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend

Offener Brief eines ehemaligen SPD-Mitglieds an Baden-Württembergs Innenminister Gall | Drucken |  E-Mail
Antifa
Geschrieben von: Ulrich Scheuffele   
Samstag, den 04. August 2012 um 17:21 Uhr

Gegen NazisSehr geehrter Herr Innenminister Gall,

mein Großvater verlor mit 39 Jahren sein Leben. Der Grund, er war ein Gegner des Naziregimes. Meine Mutter und ihre zwei Geschwister wuchsen daraufhin als Vollwaisen und Kinder eines Staatsfeindes auf. Dies hat mit dazu geführt, dass ich schon seit frühester Jugend Pazifist bin und mich politisch in der Partei eingebracht habe, die auch sehr stark unter diesem Verbrecherregime gelitten hat, der SPD, in der ich 40 Jahre Mitglied war und Funktionen wie Ortsvereinsvorsitzender, Stadtrat und Wahlkampfleiter inne hatte.

Ich baute eine starke Jusogruppe auf und wurde von Willy Brandt für meine Mitgliederarbeit persönlich geehrt. Ich war nie ein Mitläufer in der SPD sondern habe mich zu Wort gemeldet, wenn ich mit Entwicklungen in der SPD nicht einverstanden war. Dies hat dazu geführt, dass ich ohne Parteiordnungsverfahren von Wolfgang Stehmer und Claus Schmiedel aus der Partei entfernt wurde. Beschwerdeschreiben an den damaligen PV Müntefering wurden nicht beantwortet.

Am vergangenen Montag war ein Naziaufmarsch in Stuttgart und viele Bürger, die diese braune Brut nicht wollen, haben sich dem entgegengestellt. Eine Bekannte von mir war auch dabei. Es ist Ihnen bekannt, was passiert ist, Einkesselung der Gegendemonstranten durch die Polizei u.s.w. Meine Bekannte war auch in diesem Kessel und musste in sengender Hitze mit vielen anderen lange Zeit aushalten. Dann wurde sie aus dem Kessel geführt, mit Kabelbinder wie ein Schwerverbrecher gefesselt und nach Cannstatt gebracht, wo sie in eine Zelle gesperrt wurde. So erging es noch vielen Anderen Gegendemonstranten.

Die NPD hat sich daraufhin auf ihrer Website bei der Polizei mit folgenden Worten bedankt: „Wir bedanken uns an dieser Stelle bei der Stuttgarter Polizei für eine faire Behandlung, das konsequente Säubern der Stadtmitte und die damit verbundene Sicherstellung der Meinungsfreiheit für uns Nationaldemokraten.“

Lieber Herr Gall, ich kann Ihnen nur sagen, dass ich entsetzt bin und dass ich mich als Sozialdemokrat (ohne Parteibuch) schäme, dass in einem von den Sozialdemokraten mitregierten Bundesland, so etwas möglich ist. Ich möchte sie nicht fragen, ob sie als Innenminister auf dem richtigen Posten sind, aber ich möchte sie fragen, ob sie mit ihrer inneren Haltung in der richtigen Partei sind. Auf jeden Fall werden durch solche Aktionen das Ansehen und das Gedenken an die Menschen und es waren nicht wenige Sozialdemokraten beschmutz, die sich mit ihrem Leben gegen eine Menschenverachtende Ideologie eingesetzt haben. Und Sie machen noch für die geistigen Enkel dieser Henkersknechte den Stadtsäuberer.

Dieser Brief ist öffentlich und wird in verschiedenen Foren veröffentlicht.

Ulrich Scheuffele

Quelle: Facebook-Gruppe Gegen Stuttgart 21 / RedGlobe

Joomla "wookie mp3 player 1.0 plugin" by Sebastian Unterberg
 

Kommentare 

 
-4 #6 2012-08-20 22:21
Ich versteh nicht, wie hier manche die SPD als "sozialdemokrati sch" bezeichnen können. Das ist sie lange nicht mehr. Es gibt eine sozialdemokrati sche Partei in der BRD, das is die PDL. reicht ja wohl im Augenblick. Im Moment wird sie sogar noch gebraucht. Solange die BRD noch eine bürgerliche Scheindemokrati e ist, braucht es auch ne Sozialdemokrati e.
Zitieren
 
 
0 #5 2012-08-19 12:21
spätestens seit Noske und Scheidemann haben die jeweiligen Parteiführungen stets die Partei verraten, von sozial und demokratisch blieb nichts übrig. Den Rest bekam die SPD durch die Neocons a´la Clement und Schröder!
Zitieren
 
 
+3 #4 2012-08-05 11:49
Walle Herkt:
Die SPD musste unter Willy Brandt auf die 68er Bewegung reagieren und sie durch eine scheinbare "Öffnung der SPD nach links" zu integrieren versuchen. Aber der selbe Brandt, der von "mehr Demokratie wagen" sprach, hat den Berufsverbotser lass herausgegeben,m it dem 7000 linken politischen Aktivisten die Berufsperspekti ve zerstört wurde.
Das ist zwar Schnee von gestern, aber einer, der zu merken ist für den Fall, dass die SPD wieder sich wieder einmal "nach links öffnet" - um kitische Bewegungen zu verarschen.
Zitieren
 
 
-8 #3 2012-08-05 09:34
Tut mir Leid, aber die SPD ist in meinen Augen eine zutiefst faschistoide Verbrecherparte i, Müntefering ( "wer nicht arbeitet soll auch nicht essen"), der Faschist Sarazin mit seinen Hasspamphleten und dieses ganze andere Gesindel, das unter dem Deckmantel der Demokratie das Volk verrät und verkauft sprechen doch eine klare Sprache. Übrigens, wenn man über Brandt ein bisschen mehr in Erfahrung bringt, stellt man sehr schnell fest, das er auch nur eine dieser kapitalistische n Politnutten war.
Zitieren
 
 
-6 #2 2012-08-05 04:18
Wer hat uns veraten, Sozialdemokrate n.
Daran hat sich nichts geändert. Nur in der Ära.Willy Brandt war die SPD Sozialistisch und die Partei des kleinen Mannes.
Zitieren
 
 
-6 #1 2012-08-04 21:37
Viele NPDler sind antisemitisch, Befürworter eines "Führerstaates" und Befürworter einer verächtlichen "Wehrpflicht". U. a. aus diesen Gründen muss die NPD bekämpft werden. Gerade die momentane €uropolitik verschafft den Rechtsradikalen in ganz Europa aber Zulauf. Deshalb ist es besonders wichtig, dass die Linke fanatisch gegen die neuen €uro-Verträge kämpft. Am 12. September fällt eine wichtige Entscheidung.
Zitieren
 

junge Welt Online Spezial

  • Keine Sensation mehr
    Dem Fernsehmagazin »Report Mainz« wurde es »zugespielt«, eine »Sensation« nannte es der frühere Verfassungsschützer Winfried Ridder, der jahrzehntelang für das Bundesamt (BfV) tätig war: Ein Geheimdokument über das »Zwickauer Terrortrio«...
  • V-Leute werden adrett
    Mit 39 Themen wollen sich die Innenminister der Länder und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) ab heute bei ihrer dreitägigen Frühjahrskonferenz in Hannover beschäftigen. Das sind u.a. der Verfassungsschutz, erweiterte Videoüberwachung,...
  • Wechselnde Fronten
    Es geht hier um eine rassistische Mordserie, zwei Sprengstoffanschläge mit über 20 Verletzten und mehrere Mordversuche. Das läßt die Atmosphäre im Saal A 101 des Oberlandesgerichts München nicht immer erahnen....