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Ein offener Brief an das Bayerische Innenministerium (Vorsicht, Satire!) | Drucken |  E-Mail
Bayern
Geschrieben von: Zoran Sergievski   
Montag, den 30. Juli 2012 um 00:02 Uhr

Foto: Fabio Niewelt / flickr.comSehr geehrte Damen und Herren im bayerischen Innenministerium,

im ICE 28 zwischen Würzburg und Hanau habe ich heute einer Personenkontrolle beiwohnen dürfen. Die Beamten der Landespolizei prüften dabei geflissentlich die Personalien aller ostasiatischer Touristen im Abteil (sechs Personen). M.E. sehr begrüßenswert, denn aus Touristen werden ja schnell mal Terroristen, die phonetische Ähnlichkeit der beiden Worte ist ja sicher kein Zufall. Da kann mir wer will mit dem Recht auf Freizügigkeit und Reisefreiheit kommen, hier geht es ja schließlich um die nationale Sicherheit. Wer weiß, ob die zarten japanischen Fräuleins nicht technologisch hoch entwickelte Waffen in ihren überbordenden Koffern mit haben. Oder Anthrax. Vom Assad. Unter uns, bei den Schlitzis weiß man ja nie, nicht, die waren ja schon im Pazifik damals nicht gerade zuverlässig. Jedenfalls die einzig richtige Entscheidung, die Meldung an die Ausländerbehörde. Wo kommen wir denn da hin, wenn hier jeder Japse einfach so einreisen darf?



Mich beunruhigen nur zwei Dinge. Einerseits übersahen die Beamten zwei unscheinbar wirkende US-amerikanische Zwillingsbrüder in der Sitzreihe rechts hinter mir. Wie sie ja wissen, kam es jüngst zu einem höchst unappetitlichen Zwischenfall in einem Kino in Colorado, der Schütze wirkte laut Nachbarn auch "freundlich und schüchtern", wie eben jene Burschen hinter mir, und sie hatten den selben Rehblick und die selben kurzen schwarzen Haare. Mir dünkt, die Kopfform war auch ähnlich, aber das wäre ja zu viel verlangt, auf die alten Methoden des Schädelmessens zurückzugreifen, um zu erkennen: hierbei handelt es sich um potentielle Psychopathen. Ist ja auch, bis auf die Zigeuneraugen und die Araberlocken, nicht so einfach und offensichtlich wie diese Schlitzaugen bei den Gelbhäutigen. Nur so als Hinweis.

Andererseits ist mir unverständlich und auch unverzeihlich, dass sich die Beamten nach der Inspizierung des Wagens in die erste Klasse (!) zurück zogen, um dort die Bildzeitung zu lesen. Es geht hier nicht um die Bildzeitung, bei Gott, die lese ich ja selber. Vielmehr verstehe ich nicht, warum die Beamten nicht auch den Rest des Zuges überprüften (der Chefsteward war immerhin ein Mohr, und wer weiß, vermutlich arbeitet er ja schwarz!), sondern die restlichen anderthalb Stunden damit verbrachten, auf Kosten des Steuerzahlers einfach faul herumzusitzen und Zeitung zu lesen.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Zeiten wie diesen, geprägt von Krisen und Terrorismus, können wir Deutschen es uns nicht leisten, dass Beamte einen voll besetzten ICE einfach unbeaufsichtigt lassen. Das ist Verschwendung von Steuergeldern, um nicht zu sagen: fahrlässige Amtsanmaßung! Daher ein Vorschlag zur Güte: künftig werden die Qualifikationen von Exekutivbeamten auf das Lesen von Pässen, Führen von Gummiknüppeln und Bedienen von Funkgeräten beschränkt, ergo nur Sonderschüler anzustellen. So könnten sie die gesamte Fahrt sinnvoll mit der Ausspähung asiatischer Islamisten und amerikanischer Amok-Buberln ausfüllen und wären aufgrund der Leseschwäche kaum in der Lage, unsere ohnehin beschränkten Mittel durch Zeitungslesen zu missbrauchen. Dann würde auch kein Scheinasylant den Kaffee feilbieten.

Mit patriotischen Grüßen,
ein besorgter Bürger

 

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