| Erwin Geschonneck ist tot | | Drucken | |
| Kultur |
| Mittwoch, den 12. März 2008 um 16:53 Uhr |
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Einer der bekanntesten und beliebtesten Schauspieler der DDR, Erwin Geschonneck, ist am Morgen im Alter von 101 Jahren in seiner Berliner Wohnung gestorben. Das teilt die Akademie der Künste mit. Geschonneck war unter anderem durch seine Rollen in "Nackt unter Wölfen", und "Jakob der Lügner" bekannt geworden und genoss hohes internationales Ansehen. Er sei ein "aufrechter, unbeugsamer Zeitgenosse" gewesen, erklärte die Akademie der Künste.
Erwin Geschonneck wurde am 27. Dezember 1906 im ostpreußischen Bartenstein geboren und wuchs in Berlin auf. Er verdingt sich als Hilfsarbeiter und Bürobote. 1919 tritt er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei und wirkt in Theatergruppen, Arbeiterchören und an Erwin Piscators Junger Volksbühne mit. Auf der Leinwand ist er zum ersten Mal 1931 als Statist in "Kuhle Wampe" zu sehen. 1933 geht er ins Exil. Sein Weg führt ihn von Polen über die Tschechoslowakei in die Sowjetunion, wo er in Odessa an einem deutschsprachigen Theater mitwirkt. 1938 wird er aus der Sowjetunion ausgewiesen und geht nach Prag. Dort wird er 1939 von den Nazis verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen verschleppt, später nach Dachau und Neuengamme. Am Ende des Zweiten Weltkriegs ist er einer von 350 Überlebenden der mehr als 4000 Häftlinge auf dem KZ-Schiff "Cap Arcona", das nach Bombardierung durch die Royal Air Force am 3. Mai 1945 untergeht. Ab 1946 spielt Erwin Geschonneck an den Hamburger Kammerspielen und hat Nebenrollen in einigen Filmen. 1949 holt ihn Bertolt Brecht ans Berliner Ensemble, wo er vor allem in der gefeierten Inszenierung von Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" als Knecht Matti über Deutschland hinaus Beachtung als Schauspieler erfährt. Sein erstes DEFA-Engagement wird die Rolle des Gauners Motes in "Der Biberpelz". Zu Geschonnecks größten Filmerfolgen zählen "Das Beil von Wandsbek" (1951) und "Sonnensucher" (1958) sowie "Karbid und Sauerampfer" (1963). Beeindruckend ist auch seine Darstellung in "Nackt unter Wölfen" (1962) oder "Jakob, der Lügner" (1974). Die letzte Ruhe wird Erwin Geschonneck auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin finden - dem traditionsreichen Künstlerfriedhof. Dort hatte er sich schon zu Lebzeiten eine Grabstelle reservieren lassen: neben dem Grab von Bertolt Brecht und Helene Weigel. Verwandte Artikel: |




