| »Notleidende Banken« ist Unwort des Jahres | | Drucken | |
| Kultur |
| Dienstag, den 20. Januar 2009 um 13:21 Uhr |
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Einer Pressemitteilung von Jury-Sprecher Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser zufolge hat die sprachkritische Aktion den Begriff »notleidende Banken« zum Unwort des Jahres 2008 erklärt. Die Formulierung stelle »das Verhältnis von Ursachen und Folgen der Weltwirtschaftskrise rundweg auf den Kopf. Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert«, begründet die Jury ihre Entscheidung.
Ebenfalls kritisiert das Komitee die Formulierung »Rentnerdemokratie«, mit der der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog, selbst Bezieher satter Altersbezüge, das Schreckbild eines Staates, einer »Rentnerdemokratie«, in der »die Alten die Jungen ausplündern« halluzinierte, als die Renten um ganze 1,1 Prozent erhöht werden sollten. Ebenfalls kritisiert wurde die Formulierung »Karlsruhe-Touristen«, mit der der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, die Politiker Gerhart Baum und Burkhard Hirsch diffamierte, die wegen Zweifeln an der Verfassungsmäßigkeit von Gesetzen schon einmal vor das Bundesverfassungsgericht gegangen waren und dies beim neuen BKA-Gesetz noch einmal tun könnten. Für die Jury zeigt der Angriff des Polizistenvertreters »ein bedenkliches Verständnis der Grundrechte«. Die Wahl eines »Unworts des Jahres« erfolgte zum 18. Mal. Begründet wurde diese sprachkritische Aktion 1991. Diesmal hatten sich über 2000 Einsenderinnen und Einsender aus dem In- und Ausland mit 1129 verschiedenen Vorschlägen beteiligt. Verwandte Artikel: |





