Samstag, 25. April 2015

Demonstration der KP von BangladeschDemonstration der KP von BangladeschWie die Kommunistische Partei von Bangladesch informiert, haben bewaffnete Anhänger der islamistischen Parteien Hefajote Islam und Jamat-e-Islami am vergangenen Sonntag die Zentrale der CPB in Dhaka angegriffen. Sie schleuderten Brandbomben auf das Gebäude, um die Einrichtung des Büros zu zerstören. Ausserdem wurde des Parkhaus gestürmt und in Brand gesetzt. Fünf Fahrzeuge, die der Partei und befreundeten Organisationen gehört hatten, wurden zerstört.

Zum Zeitpunkt des Überfalls hatten der Generalsekretär der Partei und andere Genossen in ihren Büros gearbeitet. Sie konnten gerettet werden. Aus mehreren Teilen von Dhaka eilten Parteimitglieder zum Ort des Geschehens, um die Feuerwehr zu unterstützen und die Parteibüros zu beschützen.

 

Ziel der Angreifer waren nicht nur das Parteigebäude, sondern auch nahegelegene Regierungseinrichtungen, Banken und Geschäfte. Mehrere Läden wurden geplündert.

Am gestrigen Dienstag verurteilte CPB-Chef Mujahidul Islam Selim bei einer Pressekonferenz an dem zerstörten Gebäude den Angriff. Die Jamat-e-Islami habe bei ihrem Angriff einen vorbereiteten Plan verfolgt und dazu eine angekündigte Demonstration anderer fundamentalistischer Kräfte ausgenutzt. Mitverantwortlich sei auch die ultrarechte Oppositionspartei BNP. Als Grund für die Attacke vermuten die Kommunisten, dass die CPB beharrlich für eine säkulare Gesellschaft und für die Bestrafung der Kriegsverbrecher von 1971 eintrete.

1971 hatte sich Bangladesch von Pakistan abgespalten. Das Militärregime in Islamabad reagierte darauf mit einem blutigen Rachefeldzug, dem Schätzungen zufolge bis zu drei Millionen Menschen zum Opfer fielen. Dabei konnten die Militärs auf Unterstützung islamistischer Parteien wie Jamat-e-Islami zählen, die eigene Todesschwadronen bildeten und gezielt Jagd auf Intellektuelle und Akademiker machten. Schon unmittelbar nach dem Ende des Krieges und der Anerkennung der Unabhängigkeit am 16. Dezember 1971 begannen in Bangladesch Prozesse gegen die Verantwortlichen für den Massenmord, die religiösen Parteien wurden verboten. Nach der Ermordung von Scheich Mujibur Rahman, der als Initiator der Unabhängigkeitsbewegung und der Gründung von Bangladesch galt, stoppte das von den USA unterstützte Militärregime 1975 jedoch die Verfahren und entließ die Kriegsverbrecher aus der Haft. Die religiösen Parteien wurde wieder zugelassen. Erst in den vergangenen Monaten wurden die Verfahren wieder aufgenommen und einige Urteile gegen damalige Täter erlassen. Seither versuchen die Islamisten, ein Ende der Prozesse und die Freilassung der Verurteilten zu erreichen.

Die Kommunisten kritisieren nun auch die Regierung, die daran gescheitert sei, die Ordnung und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Die Politik der religiösen Extremisten müsse sofort verboten werden, die Bankguthaben und Besitztümer der islamistischen Parteien müssten eingezogen werden. Die Angreifer vom vergangenen Sonntag müssten verurteilt und die Opfer entschädigt werden. Für den heutigen Mittwoch ruft die Kommunistische Partei zu einer großen Protestdemonstration in Dhaka auf.

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