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Frauenpartei kritisiert "überkochende Ignoranz und politische Inkompetenz" | Drucken |  E-Mail
Frauen
Donnerstag, den 17. Januar 2008 um 11:54 Uhr
In einer Pressemitteilung äußert sich die "Bundessprecherinnenrunde" (Bundesvorstand) der Feministischen Partei Die Frauen zu der vom hessischen Ministerpräsidenten Koch provozierten Debatte über Jugendgewalt und der Forderung nach einer Verschärfung des Jugendstrafrechts. Für die Frauenpartei ist die Debatte "geprägt von überkochender Ignoranz und politischer Inkompetenz".
 
"Bei aller berechtigter Verurteilung von Gewalttaten Jugendlicher gegen Rentner, fragen wir uns, wo denn der Aufschrei bleibt bei Gewalttaten gegen Frauen. Und wann gellt der Aufschrei, wenn bei so genannten Friedenseinsätzen  unbeteiligte und unschuldige Menschen gewaltsam umkommen?" heißt es in der Pressemitteilung der Partei, die nicht bei den Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg antritt. "Wir schließen uns den kritischen Stimmen an, die Strafverschärfung ablehnen bzw. den Sinn von Strafen überhaupt in Frage stellen. Doch fehlt uns die grundsätzliche Feststellung, dass es sich bei der beklagten Jugendgewalt größtenteils um ein Problem männlicher Jugendlicher handelt. Ganz ausgeblendet  wird, dass eine patriarchal-hierarchische Gesellschaft, die Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung toleriert, legitimiert und anwendet, logischerweise jugendliche Gewalttäter produziert, die als erwachsene Männer das größte Gewaltproblem in unserer Gesellschaft darstellen und deren Opfer Frauen, Kinder und Jugendliche – häufig genug - in der eigenen Familie sind. Es ist bezeichnend, dass alle Gewalttäter  in ihrer Kindheit  und Jugend Gewalterfahrungen hatten." Die ausländerfeindliche Stoßrichtung der gegenwärtigen Kampagne ist der Partei offenbar nicht aufgefallen.
 
Als "erste präventive Maßnahme" fordert die Partei ein "Recht auf gewaltfreie Erziehung für alle Kinder und Jugendlichen. Betreuungs- und Bildungseinrichtungen müssen kostenlos zur Verfügung stehen. Das Personal – auch die Eltern - muss  pädagogisch qualifiziert sein. Gewaltfreie Erziehung und Ächtung jeglicher Gewalt als Mittel zur Konfliktlösung in allen gesellschaftlichen Bereichen und internationalen Beziehungen sind die Voraussetzung für eine gewaltfreie, demokratische, gerechte Gesellschaft.
Das erfordert auch die  Abschaffung von Krieg und Kriegsvorbereitungen, also auch das Verbot der Waffenproduktion und die Abschaffung der Bundeswehr."

Quelle: Feministische Partei Die Frauen / RedGlobe
 
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