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Ostermärsche: Tausende gegen NATO und Krieg in Afghanistan | Drucken |  E-Mail
Friedensbewegung
Montag, den 13. April 2009 um 12:58 Uhr
Wenige Tage nach den Aktivitäten der Friedensbewegung anlässlich des NATO-Gipfels in Baden-Baden und Strasbourg ist die Friedensbewegung zu Ostern wieder auf die Straße gegangen. In zahlreichen Städten und Regionen versammelten sich Tausende zu den traditionellen Ostermärschen. Der größte Ostermarsch hatte in diesem Jahr bereits eine Woche vor Ostern in Kehl stattgefunden, als mehrere Tausend Friedensdemonstranten auf der deutschen Seite des NATO-Gipfeltreffens friedlich demonstrierten.

Die meisten Ostermärsche fanden jedoch wie immer an den Ostertagen statt. Den Reigen eröffnete die Friedensinitiative Suhl in Thüringen mit einer Kundgebung am vergangenen Dienstag, gefolgt von einer Osteraktion in Erfurt am Donnerstag, 9. April. Einige Ostermärsche wurden am Karfreitag veranstaltet, so in Bruchköbel und Biberach. Am Samstag folgten dann viele Demonstrationen und Kundgebungen u.a. in Ansbach, Augsburg, Berlin, Braunschweig, Bremen, Duisburg, Düsseldorf, Erlangen, Gelsenkirchen, Hannover, Kiel, Leipzig, Mainz München, Ramstein, Rostock, Saarbrücken, Würzburg und Zwickau.

Am Ostersonntag gingen die Menschen in Essen und Köln auf die Straße. Der größte Ostermarsch an diesem Tag fand jedoch wie meistens in den vergangenen Jahren in Fretzdorf statt, wo mehr als 10.000 Menschen gegen die geplante Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide als Bombenabwurfplatz der Bundeswehr (»Bombodrom«) protestierten.

Am heutigen Ostermontag gehen die Ostermärsche mit weiteren Demonstrationen und Abschlusskundgebungen u.a. in Bochum und Dortmund, Chemnitz, Frankfurt, Gummersbach, Hamburg, Kassel, Landshut, Magdeburg und Stendal, Müllheim und Nürnberg zu Ende.

Das Hauptthema der diesjährigen Ostermärsche war, auch unter dem Eindruck der Eiegnisse um das Gipfeltreffen in Strasbourg und Kehl/Baden-Baden die NATO. In fast allen Aufrufen wird die Existenzberechtigung der NATO in Frage gestellt, die längst hätte aufgelöst werden müssen. Die Umwandlung der NATO in ein reines Interventionsbündnis mit globaler Reichweite wurde ebenso kritisiert wie der von ihr stimulierte gigantische Rüstungswettlauf. 70 Prozent der 1,3 Billionen US-Dollar, die das Militär weltweit pro Jahr ausgibt, gehen auf das Konto der NATO-Staaten. Ein Bruchteil des Geldes würde ausreichen, die ehrgeizigen Entwicklungsziele der UNO wie die Halbierung der Armut bis 2015 zu erreichen.

Viele Ostermarschaufrufe knüpften darüber hinaus an den Aktivitäten der Friedensbewegung gegen den Afghanistan-Krieg an. Die angeblich neue »Strategie« der NATO in Afghanistan werde als Rohrkrepierer enden, weil sie daran festhält, den Krieg militärisch zu gewinnen.

Wichtig sei ausserdem gewesen, so das Netzwerk Friedensratschlag, dass die Friedensbewegung mit ihren vielfältigen Aktionen das Zerrbild korrigieren konnte, das am vergangenen Wochenende in Strasbourg entstanden sei, als der friedliche Protest durch unverantwortliche Polizeiangriffe und Randalieraktionen nahezu erstickt wurde.

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