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Ostermärsche vor dem Abschluss - Veranstalter zufrieden | Drucken |  E-Mail
Friedensbewegung
Sonntag, den 08. April 2012 um 16:37 Uhr

Ostermarsch in BerlinMit Friedenswanderungen, Fahrrad-Demonstrationen, Kundgebungen und Friedensgottesdiensten wurden am heutigen Sonntag die Ostermärsche der Friedensbewegung fortgesetzt. Die Forderungen "Kriegseinsätze beenden und Waffenexporte stoppen" fanden in der Öffentlichkeit großes Interesse. Ebenso das Eintreten für die Abschaffung aller Atomwaffen, bei uns damit anfangen sowie für den sofortigen Stopp der Waffenlieferungen in die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens. Verbreitet Zustimmung gab es für den Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass. Es gebe kein Recht auf Präventivkriege und Erstschläge, hieß es.

Präventivkriege verstoßen gegen das Völkerrecht und sind Verbrechen, die geächtet werden müssen. Die Friedensbewegung teilt die Auffassung, dass die Nahost-Region umfassend demilitarisiert werden muss. Diese mit immer neuen Waffen auszustatten, werde zu einem Flächenbrand führen. Friedensverhandlungen, drastische Entmilitarisierung, Verbot der Waffenexporte seien das Gebot der Stunde. Erforderlich sei die sofortige Einberufung einer Nah-Ost Friedens- und Sicherheitskonferenz unter Verantwortung der UNO, hieß es bei vielen Kundgebungen.

Das Netzwerk Friedenskooperative bezeichnet das von der israelischen Regierung ausgesprochene Einreiseverbot für Günter Grass als unsouveräne Reaktion. Damit würde auch jede Möglichkeit ausgeschlossen, dass der Literatur-Nobelpreisträger sich z.B. von Universitäten oder NGOs organisierten Streitgesprächen in Israel stellen könnte. "Lasst uns mit Worten darüber streiten, wie ein gefährlicher Krieg im Nahen und Mittleren Osten abgewendet werden kann", appellierte Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner. "Dabei sollten wir auch rhetorisch abrüsten."

Die Warnung vor einer Eskalation des Irankonflikts und die Forderung nach einem Ende der Gewalt in Syrien sind auch wichtige Themen bei den Ostermärschen, die am Ostermontag mit weiteren 25 Veranstaltungen ihren Abschluss finden. Mit dem bisherigen Verlauf sind die Veranstalter zufrieden. Auch bei schlechtem Wetter seien die Teilnehmerzahlen ähnlich wie in den Vorjahren und die aktiven Friedensgruppen könnten deutlich machen, dass man die substantiellen Fragen von Krieg und Frieden nicht den Parteien und Regierungen überlassen dürfe, teilte das Netzwerk Friedenskooperative mit. Im Jahr 2011 seien allerdings durch das Zusammenwirken mit den Anti-Atomprotesten nach der Fukushima-Katastrophe die Demonstrationen größer gewesen.

"Tradition und aktuelle wie kompetente Einmischung in die überall scheiternde Interventions- und Militärpolitik unserer westlichen Regierungen sind bei den Ostermärschen kein Widerspruch", geht Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner auf manche Kommentare von außen ein. "Bei den Veranstaltungen zu Ostern kommen Kritik, Analysen von Konflikten und Vorschläge für friedenspolitische Alternativen zum Ausdruck, die sich Friedensinitiativen und -organisationen kontinuierlich z.B. in vielen Konferenzen und Diskussionsveranstaltungen erarbeiten". Und wie bei der Anti-AKW-Bewegung, Occupy, Finanz- und Bankenkritik sei die Politik gut beraten, auf Kritik und Forderungen der "Politik von unten" substantiell einzugehen.

"Kriegsvorbereitungen und Kriege stoppen!" fordert der hessische Ostermarsch in Frankfurt. Die letzte Etappe des dreitägigen Ostermarsches Ruhr führt am Montag von Bochum nach Dortmund. In Friedrichshafen wird grenzüberschreitend "Für eine rüstungsfreie Region Bodensee" demonstriert - gemeinsam mit Schweizer Initiativen. In Kassel wendet sich die Kundgebung gegen "humanitär" begründete Militärinterentionen: "Kein Krieg dient den Menschenrechten!" In Fürth und Nürnberg heißt das Motto "Frieden durchsetzen - gewaltfrei!"

Unter anderem bei den Ostermärschen in Hamburg, Havixbeck, Nottuln, Müllheim, Jülich und am Atomwaffenstandort Büchel steht die Forderung nach der Verschrottung von Atomwaffen und Atomanlagen im Vordergrund.

Auch in kleineren Orten finden am Ostermontag noch Demonstrationen statt. In Lonzig/Breitenbach demonstriert die Bürgerinitiative "Kein Schuss im Zeitzer Forst" für eine friedliche Nutzung. Die Eichsfelder BI "Frieden und Gerechtigkeit" wandert von Wehnde nach Duderstadt. In Bayern führt eine Wanderung zur Panzer-Firma Kraus-Maffei-Wegmann in Allach, eine andere Demonstration durch Landshut. Der Rügener Osterspaziergang führt zum Sassnitzer Stadthafen. In Wismar endet die Demonstration mit einem "Friedensfest gegen Krieg und Gewalt in der Welt". Weitere Ostermärsche gibt es in Arbon und Bern (Schweiz) und Leuven/Brüssel (Belgien).

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