| FAZ macht sich zum Sprachrohr der Putschisten | | Drucken | |
| Medien |
| Donnerstag, den 16. Juli 2009 um 15:16 Uhr |
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Den Hauptartikel ihrer Titelseite und fast die gesamte zweite Seite widmet die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« heute einem Interview mit dem Präsidenten der honduranischen Bischofskonferenz, Kardinal Oscar Andrés Rodríguez Maradiaga. Dieser nutzt das ihm gebotene Forum für eine Verteidigung des Putsches - den die FAZ nun nur noch in Anführungszeichen setzt - und um Venezuela zu beschuldigen, durch »Geheimagenten« die »angeblichen« Proteste zu steuern sowie ein Massaker provozieren zu wollen. Der rechtmäßige Präsident des zentralamerikanischen Landes, Manuel Zelaya, habe seit eineinhalb Jahren versucht, soziale Spannungen zu schüren und das Land nach dem Vorbild Venezuelas, Ecuadors und Boliviens zu einer »bolivarischen« Republik zu machen. »Das Beharren der Staatengemeinschaft auf einer Rückkehr Zelayas ist eine irrationale Forderung«, behauptet der Vertreter einer Organisation, die ihrerseits so rational ist, dass sie an Jungfrauengeburten und Auferstehung glaubt.
»Wir kämpfen seit langem gegen eine sehr mächtige, weil mit viel Geld ausgestattete Kampagne an, die von dem venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gesteuert wird - bis dahin, dass Agenten des venezolanischen Geheimdienstes im Land aktiv sind und die angeblichen Volksproteste gegen die Absetzung von Präsident Manuel Zelaya organisieren«, behauptet der Kardinal, der sich zu der Aussage versteigt: »Wir wollen keine Diktatur, am allerwenigsten eine nach dem Muster Venezuelas.« Die FAZ hat dieses Interview nicht etwa irgendwo im Blatt platziert, was ja vielleicht noch als »journalistische Pflicht« durchgehen könnte, sondern an zentraler Stelle ins Blatt gestellt: als Hauptartikel auf der Titelseite und als fast die ganze Seite einnehmendes Interview auf Seite 2. Zusätzlich verbreitete die Redaktion die Kernthesen des Kardinals bereits gestern über die Agenturen und auf ihrer Homepage. Damit macht sich die FAZ zum Sprachrohr der Putschisten in Honduras. Verwandte Artikel: |





