Dienstag, 26. Mai 2015
Vor Tausenden von Menschen hat Nicaraguas Präsident Daniel Ortega sein Land heute für ein vom Analphabetismus befreites Gebiet erklären können. Wie die UNESCO bestätigt, ist es der sandinistischen Regierung des mittelamerikanischen Landes mit Unterstützung der anderen Mitgliedsstaaten der Bolivarischen Allianz für die Völker Unseres Amerika (ALBA), vor allem Cuba und Venezuela, gelungen, die Rate der Erwachsenen, die nicht Lesen und Schreiben können, von 21 auf 3,56 Prozent zu senken. Bei einem Wert von unter vier Prozent spricht die UN-Organisation für Bildung davon, dass der Analphabetismus als Problem beseitigt ist.

Durch diesen Schritt ist Nicaragua nach Cuba, Venezuela und Bolivien bereits das vierte Land der alternativen Allianz, in dem der Analphabetismus durch den massiven Einsatz von Erziehern in allen Teilen des Landes sowie mit Hilfe der kubanischen Lehrmethode "Yo Sí Puedo" (Ja, ich kann es) überwunden werden konnte.

Ortega erinnerte daran, dass die herrschenden Kräfte des Landes vom Zeitpunkt der Unabhängigkeit 1821 bis zum Sieg der Sandinistischen Revolution 1979 immer Gelegenheit gehabt hätten, dem Volk Lesen und Schreiben beizubringen, dies jedoch nie getan haben, So konnten zum Zeitpunkt des Sieges der Sandinistischen Befreiungsfront FSLN über die Somoza-Diktatur am 19. Juli 1979 mehr als 60 Prozent der erwachsenen Nicaraguaner nicht Lesen und Schreiben. Deshalb begannen die Revolutionären eine umfangreiche Bildungskampagne, die aber nur unter großen Kämpfen durchzusetzen war. Trotzdem gelang es den Sandinisten in den elf Jahren ihrer Regierungszeit, den Analphabetismus zurückzudrängen, aber unter den neoliberalen Regierungen ab 1990 stieg die Rate wieder an,

Auch nach diesem historischen Erfolg dürfe man aber noch nicht zufrieden sein, forderte Ortega. Der Kampf für eine restlose Beseitigung des Analphabetismus müsse weitergehen, damit Nicaragua den 200. Jahrestag seiner Unabhängigkeit 2021 ohne Analphabeten begehen könne. Vor allem müsse es darum gehen, die Alphabetisierung in den vor allem an der Karibikküste gelegenen Regionen Nicaraguas fortzusetzen, in denen neben Spanisch auch Englisch, Miskito und Maygna die vorherrschenden Sprachen sind und die indigenen Völker des Landes leben.
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