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Unileitung lässt Studierende aus dem Audimax räumen | Drucken |  E-Mail
Schule & Uni
Samstag, den 07. November 2009 um 23:18 Uhr

Unibesetzung in MarburgAm Donnerstag abend ist das Auditorium Maximum der Philipps-Universität Marburg im Anschluss an eine Informationsveranstaltung der Bildungsstreik-Initiative Marburg von Studierenden besetzt worden. Durch diese Aktion wurde ein Freiraum geschaffen, dessen Nutzung den Studierenden zu Gute kommen und die Diskussion über Bildung vorantreiben sollte.  Der Freiraum war für alle Interessierten offen, die sich mit der zunehmenden Ökonomisierung, Bürokratisierung und Hierarchisierung der Universität auseinandersetzen wollten. Über Nacht  bildeten sich Arbeitskreise und begannen, inhaltlich zu arbeiten, um konstruktive Vorschläge für die Lösung der Konflikte zwischen Universitätsleitung und Studierenden zu entwickeln.
Noch heute Morgen erklärte die Pressesprecherin der Universität Marburg, Dr. Viola Düwert: »Da das Wochenende bevorsteht und keine Lehrveranstaltungen gefährdet sind, warten wir einfach ab.«
Um 15:05 Uhr jedoch kam Lars Schwitalla, der Verantwortliche für Gebäudemanagement der Universität, in Begleitung von Polizeieinsatzkräften in den Hörsaal. Schwitalla teilte den Anwesenden mit, dass das Audimax binnen zehn Minuten zu verlassen sei. Anderenfalls würde  man das Gebäude unter Einsatz der Polizei gewaltsam räumen lassen.

Die Studierenden entschieden sich dafür, den Hörsaal zu verlassen. Dennoch ist die Vorgehensweise des Präsidiums den Besetzenden unverständlich: »Hier wurde spontan und widersprüchlich gehandelt. Weder die Universitätsleitung noch die Studierenden können ein Interesse an einer möglichen Eskalation haben«, schreibt die Bildungsstreik-Initiative in einer Pressemitteilung. Durch die vorschnelle Reaktion des Präsidiums bestünde die Gefahr, so Felix Blind, Studierender der Universität Marburg, »dass sich nun Studierende und Universitätsleitung  lokal eine Schlammschlacht liefern«. Die eigentlichen Ursachen der Missstände würden somit nicht angetastet. Gemeint sind damit die Rahmenbedingungen des heutigen Hochschulstudiums,  welche von Ländern, Bund und mit dem Bologna-Vertrag auf EU-Ebene entschieden werden. »Mit  der harten Linie gegen die Besetzenden stabilisiert die Universitätsleitung die Missstände und  verspielt die Chance, gemeinsam mit den Studierenden tatsächlich eine Verbesserung an der Marburger Hochschule zu erarbeiten und umzusetzen«. Die Räumung des Audimax werde die Studierenden nicht davon abhalten, weiter ihren Protest Ausdruck zu verleihen. Die »Global Week  of Action« beginnt am Montag, viele Aktionen sind bereits geplant, »und auch wenn uns der Freiraum heute genommen wurde, bedeutet das nicht die Beseitigung der Notwendigkeit eines solchen«, unterstreichen die Studierenden.

Infos: http://www.bildungsstreik-marburg.de/


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