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Anti-Atom-Aktivistin setzt Polizei auf Anklagebank | Drucken |  E-Mail
Umwelt
Mittwoch, den 25. März 2009 um 22:08 Uhr
Am 16. Januar 2008 protestierte bei Steinfurt/Metelen (NRW) die französische Kletteraktivistin Cécile Lecomte in Seilen hängend über den Eisenbahnschienen von Gronau nach Münster gegen die Verschiebung von Atommüll durch die Betreiberin der Urananreicherungsanlage in Gronau, URENCO, nach Russland. Der mit 1000 Tonnen Uranhexafluorid beladene Atomzug kam gegen 19:30 Uhr zum Stehen und durfte seine Fahrt mit der gefährlichen Fracht erst am Tag darauf gegen 2 Uhr nachts fortsetzen, nachdem die junge Aktivistin durch per Hubschrauber eingeflogene Spezialkräfte der Bundespolizei von ihrem luftigen Aufenthaltsort heruntergeholt wurde.

Gegen ihre anschließende mehrstündige Ingewahrsamnahme durch die Polizei reichte Lecomte Klage bei Gericht ein. Sie hält die polizeiliche Freiheitsentziehung für rechtswidrig. Über ihre Klage gegen die Polizei wird nun am kommenden Donnerstag, 26. März, um 11:00 Uhr im Raum 160 des Verwaltungsgerichts Köln (Appellhofplatz) verhandelt.

»Die Polizei handelte nach eigenen Angaben zur 'Gefahrenabwehr'. Doch nicht die Kletteraktion war gefährlich, sondern der Uranmülltransport!« erklärt die französische Umweltaktivistin. »Der Freiheitsentzug nach der Kletter-Aktion wirkt wie Ersatzbestrafung, weil die Behörde mit gewagtem, pfiffigem und fantasievollem Protest nicht umzugehen weiß und ihn kriminalisieren will. Der Protest war aber legitim, und sowohl Amtsgericht als auch Landgericht haben bisher in der Handlung keine Straftat gesehen.«

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