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AktivistInnen besetzen Atommüll-Lager Morsleben | Drucken |  E-Mail
Umwelt
Montag, den 07. Dezember 2009 um 15:53 Uhr

Protest in MorslebenHeute vormittag haben AktivistInnen des Informationsnetzwerkes Contratom das Endlager für radioaktive Abfälle in Morsleben (ERAM) besetzt. Sie erkletterten einen Turm auf dem Gelände der Atomanlage und entrollten ein Transparent mit der Aufschrift »Stoppt das dreckige Atomgeschäft!«


Aktueller Anlass für die Aktion sind nach Angaben der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI) Planungen des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) das Atommülllager Morsleben für die Ewigkeit verschließen. »37.000 Kubikmeter leicht- und mittelaktiver Atommüll sollen für eine Million Jahre in Beton gegossen werden. Ähnlich wie das marode Atommülllager ASSE II droht Morsleben einzustürzen und es dringt Wasser ein. Dennoch will das BfS mit seinem Genehmigungsantrag beim Umweltministerium in Sachsen-Anhalt unverantwortliche Fakten schaffen. Jetzt sind die Antragsunterlagen öffentlich ausgelegt und noch bis zum 21. Dezember kann gegen die Pläne des BfS Einspruch erhoben werden«, so die BI in einer Presseerklärung.

Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow- Dannenberg (BI) gehört dem Trägerkreis der Morsleben Kampagne an und ruft dazu auf, massenhaft Einwendung gegen die geplante billige Betonflutung einzulegen. »Unabhängig davon, dass es kein sicheres Endlager gibt und auch nie geben kann, sollte doch ein Schließungskonzept erarbeitet werden, das der größtmöglichen Sicherheit Vorrang gebietet und nicht die Geldbeutel schont,«, so eine Sprecherin der BI. »Derzeit werden alle Kosten vom Bund getragen und nicht von den Verursachern, den Atomstromproduzenten. Die Atomstromkonzerne haben Rückstellungen von über 30 Milliarden Euro gebildet, die der Entsorgung der radioaktiven Abfälle dienen sollen. Hierbei handelt es sich um steuerfreie Rücklagen, die die Unternehmen als Investitionen in anderen Wirtschaftsbranchen, z.B. im Mobilfunk, nutzen. Diese Rückstellungen gehören in einen öffentlich- rechtlichen Fonds überführt«, so die BI.



In Morsleben wurden von 1971 bis 1998 radioaktive Abfälle eingelagert.Das ursprünglich als zentrales Endlager der DDR geplante ehemalige Salzbergwerk wurde nach der Wende unter Verantwortung der damaligen Umweltministerin Merkel weiterbetrieben. Der größte Anteil des dort lagernden Mülls wurde zwischen 1994 und 1998 eingelagert, obwohl Morsleben nach bundesdeutschen Standards niemals genehmigt worden wäre.

Erst eine Klage von UmweltschützerInnen beendete die Einlagerung. Der Salzstock in Morsleben weist gravierende Sicherheitsprobleme auf. Immer wieder kommt es zu Löserfällen, also zu Teileinbrüchen der Kammern des Bergwerkes. Dies gefährdet die Standsicherheit des Bergwerkes.

»Morsleben bestätigt all unsere Befürchtungen: Es gibt kein sicheres Endlager für Atommüll- die einzig vertretbare Option ist die Einstellung der Produktion weiterer Abfälle, also die sofortige Stilllegung aller Atomanlagen,« so Hanna Poddig, eine der AktivistInnen vor Ort.

 

 

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