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50.000 Menschen fordern: Castor Stopp, Atomausstieg jetzt! | Drucken |  E-Mail
Umwelt (GreenGlobe)
Samstag, den 06. November 2010 um 20:18 Uhr

50.000 demonstrieren gegen AtommülltransporteBei der Großdemonstration zum Auftakt der Proteste gegen den Atommüll-Transport ins Wendland protestierten am heutigen Samstag mehr als 50.000 Menschen gegen die Atompolitik der Bundesregierung. Mit mehr als 400 Bussen waren Tausende Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet zu der Demonstration angereist. Bauern beteiligten sich mit 600 Treckern. Unter dem Motto "Mit Gorleben kommen sie nicht durch -- Rote Karte für Atomkraft!" wurde die Demonstration von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen organisiert und von einem breiten Bündnis unterstützt. Es war die größte Demonstration, die es in der Geschichte des Gorlebens-Widerstands bisher gegeben hat.



Die Veranstalter erklärten: "Der heutige breite Protest zehntausender Menschen zeigt: Die Bevölkerung duldet keine Klientelpolitik für Atomkonzerne auf Kosten ihrer Sicherheit. Der Widerstand gegen die Atompläne der Bundesregierung kommt aus allen Schichten der Gesellschaft. Die 50.000 Demonstranten haben erneut deutlich gemacht, dass große Teile der Bevölkerung die Kungelei der Bundesregierung mit den Stromkonzernen ablehnen. Gleichzeitig findet in Hannover eine große Gewerkschaftsdemonstration gegen den Sozialabbau statt. Auch dort solidarisieren sich die Teilnehmer mit dem Protest im Wendland. Die vielen Demonstranten gegen den Castortransport ins Wendland stehen für Millionen Menschen in Deutschland, die es ablehnen, dass die gefährlichen Atomkraftwerke länger laufen sollen. Die Bundesregierung muss diese Proteste endlich ernst nehmen. Wir fordern den sofortigen Atomausstieg. Wenn Merkel und Co. stattdessen weiter nur den Interessen einiger weniger Großkonzerne dienen, werden sie scheitern."

Die große Kundgebung war der Auftakt für die vielfältigen und kreativen Proteste gegen den Castor-Transport. Die Demonstration richtete sich gegen die Atommüll-Politik der Bundesregierung, die einseitig auf den ungeeigneten Salzstock in Gorleben setzt und diesen auch wieder mit dem Instrument der Enteignung durchsetzen will. "Es gibt für den hochradioaktiven Atommüll, der in den Atomkraftwerken entsteht, weltweit keine sicheren Lagermöglichkeiten für eine Million Jahre. Statt die Laufzeiten der Atomkraftwerke zu verlängern müssen wir endlich mit der Produktion des Atommülls aufhören. Gorleben ist als Standort geologisch nicht geeignet und muss endlich aufgegeben werden!", so die Veranstalter.

Wie der Blog der Tageszeitung junge Welt (http://www.jungewelt.de/blogs/castor/) unterdessen berichtete, setzte die Polizei während der Grossdemo zwischen Splietau und Dannenberg Schlagstöcke und Pfefferspray gegen Atomkraftgegner ein. Dabei sollen mehrere Demonstrationsteilnehmer leicht verletzt worden sein. Zahlreichen schwarz gekleideten Demonstranten gelang es nach Berichten von Augenzeugen daraufhin, die Polizei-Hundertschaft einzukesseln und abzudrängen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sagte, rund 150 Personen hätten im Schutz der Kundgebung mit Schaufeln ein Loch in der Straße ausgehoben, um den Atommülltransport nach Gorleben zu behindern.Die Südroute nach Gorleben ist eine von zwei üblichen Transportwegen ganz am Ende des Castor-Transports, nachdem die Behälter von der Schiene auf Lastwagen geladen worden sind.

Das Vorgehen der Polizei sei mit den Veranstaltern abgestimmt worden, sie hätten die Grabungsaktion nicht gebilligt, behauptete die Polizeisprecherin. Die Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg konnte das nicht bestätigen. Die beteiligten Bauern, die mit Traktoren zur Kundgebung gekommen seien, hätten das Loch an dieser Stelle zwar nicht für sinnvoll gehalten, sagte BI-Pressesprecher Wolfgang Ehmke zur jW. Er wisse aber nichts davon, daß irgend jemand auf Seiten der Protestbewegung Verständnis für einen Pfefferspray-Einsatz geäußert habe.

Die Veranstalter kündigten an, nach dem heutigen großen Erfolg nicht locker zu lassen. "Wir werden die Auseinandersetzung um die Atomenergie nicht nur in den nächsten Tagen offensiv weiterführen, sondern vehement weiterführen."

 

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