Dienstag, 26. Mai 2015

Generalstreik in Buenos AiresTausende Menschen haben am Donnerstag in Buenos Aires auf der Plaza de Mayo, dem Platz vor dem Regierungssitz im Zentrum der argentinischen Hauptstadt, und in den umliegenden Strassen gegen die Ermordung eines jungen Aktivisten der linken Arbeiterpartei (PO) demonstriert. Der Gewerkschaftsbund CTA hatte als Reaktion auf den Tod des jungen Demonstranten mit einem Aufruf zum Generalstreik reagiert. Der 23jährigen Mariano Ferreyra war am Mittwoch während einer Protestaktion gegen das Eisenbahnunternehmen Roca von Mitgliedern einer konkurrierenden Gewerkschaftsorganisation erschossen worden, als linke Organisationen und Teile der Belegschaft des Betriebs einen Streckenposten nahe des Bahnhofs Hipólito Yrigoyen in Buenos Aires blockiert hatten, um die Wiedereinstellung von 100 gekündigten Kollegen zu erzwingen . Drei weitere Demonstranten wurden zum Teil schwer verletzt. Eine 56jährige Frau schwebt Berichten der kubanischen Nachrichtenagentur Prensa Latina zufolge noch in Lebensgefahr.

Der Konflikt um die Wiedereingliederung der Kollegen hält bereits seit dem vergangenen Jahr an. Die Bahngewerkschaft UF hat sich dabei auf die Seite des Unternehmens gestellt und sich auf Flugblättern immer wieder von Besetzungsaktionen von Teilen der Belegschaft distanziert.

Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández verurteilte in der Nacht zum Donnerstag den Mord scharf und forderte eine gründliche Untersuchung, um die Mörder und deren Hintermänner aufzuspüren. Es gäbe Kräfte in Argentinien, die schon lange auf einen Toten gehofft hätten. Da ihre Regierung dies jedoch durch ihre nicht auf Repression setzende Politik bislang habe verhindern können, griffen diese Kräfte nun auf Banden zurück, um ihr Ziel zu erreichen.

Die Demonstranten auf der Plaza de Mayo warfen der argentinischen Regierung jedoch eine Mitschuld an dem Verbrechen zu. Der Mord sei nur möglich gewesen, weil die Bundespolizei zuvor abgezogen und den Bewaffneten den Weg freigemacht habe, erklärte die PO.

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