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Fahrgastverband warnt vor überhöhten Bahn-Fahrpreisen zu Pfingsten | Drucken |  E-Mail
Wirtschaft & Gewerkschaft
Donnerstag, den 09. Juni 2011 um 10:05 Uhr

Zwangsweise teurer reisen: ICE der Deutschen BahnDer Fahrgastverband »Pro Bahn« hat festgestellt, dass die Deutsche Bahn AG wegen Bauarbeiten und Umleitungen von ihren Kunden überhöhte Fahrpreise kassiert. Solche überhöhten Fahrpreise werden zu Pfingsten unter anderem auf der ICE-Linie zwischen Berlin und Mannheim verlangt, weil der Zug umgeleitet wird. Auch den Wegfall von Intercity-Verbindungen aus Anlass von Bauarbeiten treibt die Fahrpreise für viele Fahrgäste monatelang in die Höhe, weil zwangsweise der teurere ICE bezahlt werden muss. Über die Zuschläge zu den normalen Fahrpreisen informiert die DB nicht.

Auf die Spur zu diesem Problem gebracht wurde »Pro Bahn« einer heute vormittag verbreiteten Pressemitteilung durch eine aufmerksame Kundin der DB. Diese habe sich darüber beschwert, dass die Fahrt von Frankfurt nach Göttingen am Karfreitag plötzlich 12 Euro teurer gewesen sei als sonst, berichtet der Rechtsreferent des Verbraucherverbandes Rainer Engel. Zu Pfingsten wird drei Tage lang erneut dieser Zuschlag auf ICE-Fahrkarten erhoben. Er trifft alle Fahrgäste, die auf kürzeren Strecken zwischen Frankfurt und Kassel unterwegs sind und mit ICE-Zügen fahren, die umgeleitet werden. Für normale Fahrkarten werden bis zu 12 Euro zusätzlich fällig, weil der Zug umgeleitet wird.

Solche überhöhten Fahrpreise seien kein Einzelfall, berichtet »Pro Bahn«-Bundespressesprecher Matthias Oomen. Sie entstünden dadurch, dass Züge über Umwege fahren oder dadurch, dass die Streichung von Intercity-Zügen die Fahrgäste zu Umwegen oder zum Umsteigen in teurere Züge zwingt. Das sei zur Zeit für fünf Monate zwischen Hamburg und Hannover und zwischen dem Ruhrgebiet und Leipzig der Regelfall. Dort wurden wegen Bauarbeiten durchgehende Intercity-Züge gestrichen. Die Aufschläge betragen bis zu 17 Prozent oder bis zu 12 Euro in der 2. Klasse, berichtet Oomen.

Den Fahrgästen falle die Mehrforderung nur auf, wenn sie den üblichen Fahrpreis im Kopf hätten, kritisiert Oomen. Die DB informiere nicht darüber, weil sie den Fahrpreis für jede Fahrt individuell errechne. So entstünden auch die Mehrpreise für Umleitungen, weil das Computersystem meint, der Fahrgast wolle absichtlich einen Umweg fahren,  erklärt Oomen. Passagieren, die solchen ungerechtfertigten Fahrpreisforderungen zum Opfer gefallen sind, rät der Verbraucherverband, den Mehrpreis zurückzufordern. Wenn die DB die Differenz nicht erstatte, könnten sich die Fahrgäste an die Schlichtungsstelle SOEP in Berlin wenden. »Wir erwarten von der DB kundenorientierte Lösungen«,  so Oomen.

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