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Wieder 90.000 Metaller im Streik | Drucken |  E-Mail
Wirtschaft & Gewerkschaft
Freitag, den 04. Mai 2012 um 16:45 Uhr

Jugendwarnstreik in Schweinfurt. Foto: IG MetallKnapp 90.000 Beschäftigte aus über 400 Betrieben (Stand 14 Uhr) haben am heutigen Freitag erneut mit Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und Frühschlussaktionen der Forderung nach Gehaltserhöhungen von 6,5 Prozent in der Metall- und Elektroindustrie Nachdruck verliehen. Für den heutigen Nachmittag und Abend sind weitere Warnstreikaktionen geplant, teilte die IG Metall am Freitag in Frankfurt mit. Damit haben sich in dieser Woche bislang über 270.000 Beschäftigte bundesweit an den Warnstreiks beteiligt, zu denen die Industriegewerkschaft aufgerufen hatte.

Am Freitag lag der Schwerpunkt der Aktionen mit 29.000 Warnstreikenden aus über 120 Betrieben in Baden-Württemberg. Unter anderem beteiligten sich die Belegschaften von Alfing Maschinenfabrik, Aalen; Metabo, Nürtingen; Hirschmann und Belden, Neckartenzlingen; L'Orange, Glatten; Arburg, Loßburg; Liebherr und ZF, Friedrichshafen; IMS Gear, Eisenbach; Voith, Heiden-heim; TCG Herrmann, Bretten; Oystar, Stutensee; Wabco, Mannheim; Behr, Mühlacker; TRW Automotive, Alfdorf; ZF Lenksysteme, Schwäbisch Gmünd, Coperion, Stuttgart; KaVo, Biberach; Siedle, Furtwangen; Stihl, Waiblingen und Bosch, Bühl an Warnstreiks.

Im IG Metall-Bezirk Küste beteiligten sich 15.000 Beschäftigte aus mehr als 70 Betrieben an Arbeitsniederlegungen. In Bremen versammelten sich 2.200 Beschäftigte aus 15 Betrieben vor dem Airbus-Werk zu einer Kundgebung. Weitere Belegschaften aus Bremen und Bremerhaven nahmen an Warnstreikaktionen teil. In Schleswig-Holstein legten 4.500 Beschäftige aus über 30 Betrieben die Arbeit vorübergehend nieder. In Flensburg demonstrier-ten 800 Beschäftigte vor der Firma FSG. Außerdem kam es in Lübeck, Rendsburg und Kiel zu Arbeitsniederlegungen. Weitere Warnstreiks fanden in Oldenburg, Wilhelmshaven, Emden und Wesermarsch statt. In Leer-Papenburg legten 2.700 Beschäftigte der Meyer-Werft und aus weiteren Betrieben die Arbeit nieder. In Mecklenburg-Vorpommern beteiligten sich Beschäftigte der Volkswerft Stralsund und der Peene-Werft in Wolgast an Warnstreikaktionen.

Im IG Metall-Bezirk Frankfurt beteiligten sich über 13.200 Metaller aus 55 Betrieben an Warnstreiks. Allein im Saarland legten 8.800 Beschäftigte die Arbeit nieder, darunter 7.800 Beschäftigte in der Verwaltungsstelle Homburg-Saarpfalz, unter anderem bei Bosch. In Hessen beteiligten sich bis zum Nachmittag rund 3.950 Beschäftigte. Schwerpunkt waren Betrie-be in der Verwaltungsstelle Herborn mit 2.000 Mitarbeitern. In Rheinland-Pfalz traten 850 Beschäftigte in den Ausstand, unter anderem bei GLC in Germersheim. In Thüringen beteiligten sich etwa 600 Beschäftigte.

In Bayern legten über 13.100 Beschäftigte aus 21 Betrieben kurzzeitig die Arbeit nieder. Am Morgen demonstrierten in München 1.200 Beschäftigte von Krauss Maffei, Krauss Maffei Wegmann und Siemens Mobility und bei MTU München 1.000 Mitarbeiter für ihre Forderung. In Kempten traten 500 Beschäftigte von Bosch in den Ausstand. In Regensburg versammelten sich 1.500 Beschäftigte aus mehreren Betrieben vor dem Conti-Werk zu einer Kundgebung. Weitere Warnstreiks gab es in Augsburg, Aschaffenburg, Neu-Ulm, Landshut, Coburg, Ingolstadt und Würzburg.

In Nordrhein-Westfalen beteiligten sich knapp 11.000 Beschäftigte aus 70 Betrieben an Arbeitsniederlegungen. In Gelsenkirchen versammelten sich 1.000 Beschäftigte aus 20 Betrieben zu einer Kundgebung. In Düsseldorf demonstrierten 700 Mitarbeiter aus sieben Betrieben für ihre Forderung. Außerdem traten in Lüdenscheid 1.100 Mitarbeiter der Firma Kostal in den Ausstand. Weitere Warnstreiks gab es in Bielefeld, Bocholt, Bonn, Hamm, Herford und Münster.

Im Bezirk Niedersachsen und Sachsen-Anhalt folgten rund 5.100 Arbeitnehmer aus 27 Betrieben dem Aufruf der IG Metall. In Salzgitter traten 1.200 Beschäftigte der Firma Alstom in den Ausstand. In Aerzen legten 250 Mitarbeiter der Aerzener Maschinenfabrik und in Gronau 200 Beschäftigte der Firma Wabco die Arbeit nieder. In Rheine versammelten sich 500 Mitarbeiter der Firmen Storm und Krone zu einer Kundgebung. Weitere Warnstreiks gab es u.a. in Alfeld, Braunschweig, Hameln, Hildesheim, Lüchow, Salzgitter und Göttingen.

Im IG Metall-Bezirk Berlin-Brandenburg-Sachsen traten am Morgen 1.700 Beschäftigte aus 14 Betrieben in den Warnstreik. In Berlin beteiligten sich rund 700 Beschäftigte bei vier OTIS-Betrieben, der ZF-Lenksysteme GmbH und bei MAN Diesel & Turbo an Arbeitsniederlegungen. Weitere Warnstreiks gab es in Chemnitz, Dresden, Ludwigsfeld, Riesa und Zwickau.

Die IG Metall fordert Einkommenserhöhungen von 6,5 Prozent sowie mehr Mitbestimmung beim Einsatz von Leiharbeit und die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten.

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Kommentare 

 
-18 #4 2012-05-09 11:52
@ W.Ing: #1

Was bist Du denn für ein seltsamer Vogel..... ?

Mit diesen ewig weinerlichen und dümmlichen Scheißhausparol en der deutschen "Arbeitgeber" Verbände kommen sie alle Jahre wieder aus ihren Löchern gekrochen.
Leider verbreiten dann auch noch solche Büttel wie Du einer bist diesen unsagbaren Mist und machen einen auf empört!
Du müsstest doch froh und munter sein , denn die Gewerkschaften in unserem Land sind doch noch brav und zurückhaltend, was machst Du eigentlich wenns mal richtig zur Sache geht......????
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-18 #3 2012-05-09 10:09
zitiere W. Ing.:
Also wie man einen Betrieb bestreiken kann, der im Vorjahr noch Verlust erwirtschaftet hat kann ich nicht verstehen... Was meinen denn die Leute wie lange sie ihren Arbeitsplatz dann noch haben??? 6,5% mehr Lohn.... Arrogantere Forderungen kann man nach während einer Finanzkrise wohl nicht stellen. Andere Leute haben grade noch mitbekommen, was es heiß auf der Straße zu stehen. Wer 6,5% fordert, hat auch nichts anderes verdient! Eine Frechheit ggü dem Rest der Bevölkerung!


Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber beim Universum bin ich mir nicht sicher.
Ein Zitat frei nach Albert Einstein.
Der Mann hatte recht.........leider.
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-16 #2 2012-05-05 21:20
@ W. Ing.
Schon recht: Wenn's den dem Unternehmen schlecht geht, dann dürfen wir nicht streiken wegen der Krise. Und wenn's dem Unternehmen gut geht, dann dürfen wir nicht streiken, um das zarte Pflänzenchen Aufschwung nicht kaputt zu machen. Wie immer die Konjunkturlage aussieht, das Gebot der Stunde heißt zurückhaltende Lohnpolitik. (Zurückhaltende Gewinnpolitik hat komischer Weise noch nie einer gefordert.)
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+18 #1 2012-05-05 15:26
Also wie man einen Betrieb bestreiken kann, der im Vorjahr noch Verlust erwirtschaftet hat kann ich nicht verstehen... Was meinen denn die Leute wie lange sie ihren Arbeitsplatz dann noch haben??? 6,5% mehr Lohn.... Arrogantere Forderungen kann man nach während einer Finanzkrise wohl nicht stellen. Andere Leute haben grade noch mitbekommen, was es heiß auf der Straße zu stehen. Wer 6,5% fordert, hat auch nichts anderes verdient! Eine Frechheit ggü dem Rest der Bevölkerung!
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