| Griechenland kommt nicht zur Ruhe | | Drucken | |
| Griechenland |
| Dienstag, den 09. Dezember 2008 um 20:03 Uhr |
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Tausende von Menschen haben heute in einem Vorort der griechischen Hauptstadt Athen an der Beisetzung von Alexandros-Andreas Grigoropoulos teilgenommen, der am Sonnabend von einem Polizisten erschossen worden war. Als der Sarg mit dem Getöteten an den Trauernden vorbeigetragen wurde, brandete Beifall für den so jung ermordeten Schüler auf. »Es ist der letzte Beifall für einen Jungen, den die Polizeigewalt von uns genommen hat«, sagte ein Schüler im Radio. Einige seiner Freunde weigerten sich zu gehen. Auch als die Dunkelheit hereinbrach, standen noch immer einige junge Leute am Grab des 15-Jährigen.
Am Rande der Beerdigung kam es erneut zu Auseinandersetzungen, als die Polizei gegen Jugendliche vorging, die ihrer Wut und Trauer Luft machten. »Bullenschweine, Mörder« und »Alexis, du lebst«, riefen die Jugendlichen. In Athen und in Griechenlands zweitgrößter Stadt Thessaloniki ging die Polizei mit Tränengas gegen Demonstranten vor und löste Kundgebungen auf, an denen mehrere tausend Lehrer, Schüler und Studenten teilgenommen hatten. Für den morgigen Mittwoch haben die griechischen Gewerkschaftsverbände zu einem 24-stündigen Generalstreik aufgerufen. Ministerpräsident Karamanlis appellierte an die Gewerkschaften, auf die geplanten Kundgebungen zu verzichten, um keine Gelegenheit für neue Ausschreitungen zu geben, wie er behauptete. An die Adresse der Demonstranten gerichtet sagte er, wer die Regierung stürzen wolle, könne nicht mit Nachsicht rechnen. Er selbst muss aber um seine Regierung fürchten, die nur über eine knappe Mehrheit von einer Stimme verfügt. Die sozialdemokratische Oppositionspartei Pasok forderte bereits den Rücktritt Karamanlis' und Neuwahlen. In der westgriechischen Stadt Patras haben Demonstranten, vor allem Schüler und Studenten, unterdessen das Hauptquartier der Polizei gestürmt und besetzt. Rund 500 Demonstranten drangen in das Gebäude ein, wie die Polizei mitteilte. Mit Tränengas sei erfolglos versucht worden, die Demonstranten zurückzudrängen. Aus Deutschland forderte Bianka Hilfrich vom Zusammenschluß der Studierendenvertretungen fzs einen »Ausstieg aus der Gewaltspirale«: »Die Entwicklung in Griechenland ist erschreckend. Wir fordern alle Seiten, und dabei insbesondere die Polizei auf, jegliche Aktionen welche eine erneute Eskalation herbeiführen könnten, zu unterlassen.« Der Unmut in Griechenland richte sich insbesondere gegen eine Regierung, die in den letzten Jahren durch Finanzskandale, Korruptionsverdachte sowie Mittelkürzungen im Bildungsbereich Aufmerksamkeit erregt hatte, sagte Hilfrich. »In diesem Zusammenhang solidarisieren wir uns mit den friedlichen studentischen Protesten. Wir warnen ausdrücklich davor, die legitimen Anliegen der Studierenden zu kriminalisieren« sagte ihr Kollege Florian Keller. »Das Herbeiführen von gleichem und freiem Zugang zu Bildung, einer staatlichen und bedarfsdeckenden Studienfinanzierung sowie gute Studienbedingungen wären Dinge, über die sich Studierende in ganz Europa freuen würden«, so Hilfrich weiter. Neuere Artikel:
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