| Generalstreik in Griechenland | | Drucken | |
| Griechenland |
| Mittwoch, den 10. Dezember 2008 um 09:41 Uhr |
|
Obwohl der griechische Ministerpräsident Karamanlis die Gewerkschaften gebeten hatte, nach den tagelangen Protesten und Unruhen in Griechenland den für heute angesetzten Generalstreik gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der konservativen Regierung abzusagen, haben die Beschäftigten in den vergangenen Stunden begonnen, die Arbeit niederzulegen. Der Luftraum über Griechenland ist gesperrt, da sich auch die Fluglotsen dem Generalstreik angeschlossen haben.
Um Provokateuren kein Forum zu geben, wollen die Gewerkschaftsbünde jedoch darauf verzichten, in Demonstrationszügen durch die Städte zu ziehen. Stattdessen soll mit Großkundgebungen den Forderungen der Arbeiter Nachdruck verliehen werden. Auch die Aktionen der Gewerkschaften werden im Schatten des Todes eines jungen Mannes stehen, der am vergangenen Sonnabend durch einen Polizisten in Athen erschossen wurde. Die spontanen Proteste vieler Jugendlicher gegen den Mord an dem Schüler entwickelten sich in den vergangenen Tagen vielfach zu einem regelrechten Aufstand. Die Generalsekretärin der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE), Aleka Papariga, rief zu vereintem Widerstand gegen die staatliche Repression auf und erinnerte an andere Vorkommnisse der Vergangenheit die belegen, dass der Tod des Jungen kein Unfall war, sondern die »Chronik eines angekündigten Todes«, da die Sicherheitskräfte das Volk als Feind betrachten und insbesondere Streiks, Demonstrationen, Hausbesetzungen und jede andere Kampfform hassen. »Wir sind wütend, wenn (die sozialdemokratische Partei) PASOK und (die konservative) Neue Demokratie versuchen, sich gegenseitig die Zahl der durch Gewalt ums Leben gekommenen aufzurechnen. Es spielt keine Rolle, ob es zu Zeiten der PASOK-Regierung ein oder zwei mehr getötete Demonstranten gegeben hat, als nun mit der Neuen Demokratie an der Regierung. Entscheidend ist, dass sie zur Gewalt greifen, zu Gesetzen, zur Erpressung, um die organisierte Bewegung ebenso wie spontane Kämpfer zu schlagen.« Einer Meldung von Prensa Latina zufolge wurden bei den Protesten der vergangenen Tage bislang 50 Menschen verletzt. Allein gestern wurden 87 Menschen verhaftet. Erneut zog ein Polizist seine Waffe und schoss, verletzt wurde diesmal aber offenbar niemand. Neuere Artikel:
Ältere Artikel:
|
