Montag, 2. März 2015

FriedenstaubeFriedenstaubeDas FriedensNetz Saar weist die Darstellung des Generalsekretärs der CDU Saar, Roland Theis, zum Thema Friedenserziehung an saarländischen Schulen energisch zurück. »Wer von Militärs zu Frieden erziehen lassen will, bereitet in Wahrheit die nächsten Kriegseinsätze vor. Mit dieser unsäglichen Tradition des Militarismus muss endlich gebrochen werden«, führt die Sprecherin des FriedensNetz, Waltraud Andruet, aus. »Kriege können keine friedliche Entwicklung hervorbringen. Deshalb muss ein Gegengewicht zum Auftreten von Bundeswehroffizieren an Schulen geschaffen werden, gerade durch Menschen aus Kirchen, Gewerkschaften und demokratischen Bewegungen, aus der Mitte unserer Gesellschaft.«

 

Theis hatte erklärt, »in Schulen für Frieden und Freiheit zu werben«, gehöre »auch zum Auftrag der Bundeswehr als Teil unseres demokratischen Rechtsstaats«. Die Bundeswehr sei »nicht Gegner, sondern Mittel zur Durchsetzung von Frieden und Sicherheit. Kritik an der Bundeswehr wegen ihrer Besuche an Schulen, wie sie insbesondere von Vertretern des linken politischen Spektrums bisweilen geäußert wird, weisen wir daher entschieden zurück. Wir haben Vertrauen in die Arbeit der Jugendoffiziere und schätzen diese.«
 
Dann wetterte der CDU-Politiker gegen das FriedensNetz, »denn dieses ‚Friedensnetz’ weist eine Nähe zur Linkspartei auf, die seine parteipolitische Neutralität in Frage stellt. So fanden und finden regelmäßig Kooperationen mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung statt. Das Ministerium muss sicherstellen, dass auch die so genannte ‚Friedenserziehung’ kein Einfallstor für linke Ideologen in unsere Schulen wird. Für uns ist klar: Schule ist kein Ort für parteipolitische Agitation, sondern muss politisch neutral bleiben.«

»Der CDU-Generalsekretär möchte anscheinend ein Monopol der Bundeswehr in friedenspolitischen Fragen im Bildungssystem durchsetzen.«, kommentiert das Dr. Nikolaus Goetz vom FriedensNetz. Damit entlarve Roland Theis die wahre Intention des Kooperationsvertrages zwischen dem Kultusministerium und der Bundeswehr. Dieser solle nämlich den exklusiven Zugang von Jugendoffizieren an Schulen und damit eine völlig einseitige Beeinflussung von Schülerinnen und Schülern absichern. »Wer steht eigentlich auf dem Boden freiheitlich-demokratischen Grundordnung?« hinterfragt das FriedensNetz Saar das von Herrn Theis angesprochene Ordnungsprinzip: »Das Friedensnetz Saar als Teil der deutschen Friedensbewegung, die nach der NS-Herrschaft und dem Zweiten Weltkrieg das Verbot von Angriffskriegen im Grundgesetz in der praktischen Politik durchsetzen möchte, oder eine Partei, die erneut Krieg als Mittel der Politik hoffähig machen will?«

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